Titelbild Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft - richtig essen in der Schwangerschaft

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft: die große Anleitung für deinen Alltag

Kaum ist der Test positiv, wird Essen für viele Frauen plötzlich kompliziert. Auf einmal wirkt jede Mahlzeit wichtig. Der Blick auf die Waage wird häufiger, mehr Unsicherheiten kommen auf – darf ich Kaffee überhaupt noch trinken, oder ist nur Alkohol verboten, was ist mit Zucker oder dem weichen Ei am Frühstückstisch? Und mit genau diesen Unsicherheiten beginnt oft der Stress.

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft bedeutet aber nicht, dass du ab sofort nur noch perfekt essen darfst. Du musst ab jetzt nicht jeden Tag frisch kochen oder Zucker panisch meiden. Wenn du bereits gesund bist und weiterhin gesund durch die Schwangerschaft kommen möchtest, bedeutet das auch nicht, dass du so wenig wie möglich zunehmen sollst. Und auch nicht, dass du dich durch eine endlose Liste von Verboten kämpfen musst.

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Gesund essen in der Schwangerschaft bedeutet vor allem eins: Dich und dein Baby regelmäßig, ausreichend und nährstoffbewusst zu versorgen.

Und dabei soll deine Ernährung zu DIR passen. Also zu deinem Alltag, deinem Appetit und deiner Energie. Ernährung ist übrigens auch vor allem dann richtig, wenn sie zu Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Sodbrennen oder Erschöpfung passt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt in der Schwangerschaft keine Ernährung „für zwei“, sondern eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung mit Blick auf kritische Nährstoffe. Der Energiebedarf steigt dabei deutlich weniger, als viele denken: als Richtwert nennt die DGE für normalgewichtige Schwangere mit unveränderter Aktivität etwa 250 kcal zusätzlich pro Tag im 2. Trimester und 500 kcal zusätzlich pro Tag im 3. Trimester. Gleichzeitig empfiehlt sie insbesondere Folsäure und Jod als Supplemente; auf Eisen und DHA/Omega-3 sollte ebenfalls besonders geachtet werden.

Und noch etwas ist mir wichtig:
Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sieht nicht für alle gleich aus.

Was für die eine wunderbar funktioniert, ist für die andere gerade komplett unrealistisch. Vielleicht wegen Übelkeit, Müdigkeit oder Verdauungsbeschwerden. Vielleicht, weil schon ein Kind da ist. Oder aber, weil Essen schon vor der Schwangerschaft mit Druck verbunden war.

Die Basis einer gesunden Ernährung bleibt gleich, die Umsetzung jedoch darf individuell sein und an dich persönlich angepasst werden.

Mama Starterprogramm: online 1:1 Ernährungsberatung für Schwangere mit Veronika Julmi

Du möchtest in deiner Schwangerschaft nicht ständig googeln, sondern endlich wissen, was dir und deinem Baby wirklich guttut?

In meinem 1:1 für Schwangere begleite ich dich persönlich mit alltagstauglichen, fundierten Empfehlungen, damit du dich bei Ernährung, Beschwerden und Unsicherheiten endlich klar, sicher und gut aufgehoben fühlst.


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5 Dinge, die du aus diesem Artikel mitnehmen darfst

1. Gesund essen in der Schwangerschaft heißt nicht: perfekt essen.
2. Das große Ganze zählt mehr als die einzelne Mahlzeit.
3. Gewichtszunahme gehört biologisch dazu.
4. Bestimmte Lebensmittel solltest du meiden, aber ohne Panik.
5. Supplemente sind wichtig, aber bitte mit ärztlicher Rücksprache.

Wie gesunde Ernährung dich und dein Baby unterstützen kann 

Eine gute Ernährung kann in der Schwangerschaft sehr viel leisten:
Sie hilft dir, deinen eigenen Körper stabil zu versorgen UND sie unterstützt die Entwicklung deines Babys.

Besonders wichtig sind dabei Folat beziehungsweise Folsäure, Jod, Eisen, Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Diese Nährstoffe spielen unter anderem eine Rolle für Wachstum, Blutbildung, Schilddrüsenfunktion, Gewebeaufbau und die normale Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Eine gute Ernährung ersetzt keine medizinische Betreuung. Aber sie schafft eine starke Grundlage.

Im Alltag bringt gesunde Ernährung aber noch etwas anderes: mehr Struktur. So habe ich zum Beispiel in der Schwangerschaft begonnen, ein ordentliches Frühstück in meinen Alltag zu integrieren. Genau dieses Learning aus meiner Schwangerschaft hilft mir auch jetzt in der Stillzeit, kraftvoll in den Tag zu starten, auch wenn die vergangene Nacht wieder mal kurz war. Und nein, ich war absolut nicht der Frühstückstyp. Aber ich hab mal was neues ausprobiert und was ich dabei gelernt habe kannst du in meinem Beitrag: Mein größtes Learning in der Schwangerschaft nachlesen.

Wer regelmäßig isst, Mahlzeiten sinnvoll kombiniert und gut verträgliche Lebensmittel griffbereit hat, kommt oft besser durch den Tag. Gerade bei Übelkeit, Heißhunger, Müdigkeit und Leistungstiefs.

Gesund essen heißt in der Schwangerschaft deshalb nicht nur, die Verbotsliste im Kopf durchzugehen oder Nährstoffe gedanklich „abzuhaken“. Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft heißt auch, den Tag so zu gestalten, dass du nicht ständig in lange Esspausen, Unterzucker oder völlige Erschöpfung rutschst. Dieser Tipp passt auch zu den Empfehlungen der Uniklinik Freiburg, bei Übelkeit eher kleine, häufige Mahlzeiten zu wählen.

Ab wann du dich mit Ernährung in der Schwangerschaft beschäftigen solltest 

Die richige Ernährung in der Schwangerschaft beginnt eigentlich schon ab Kinderwunsch.

Die DGE empfiehlt Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag oder äquivalente Folate als Supplement. Idealerweise beginnt die Supplementierung mindestens vier Wochen vor der Empfängnis und läuft bis zum Ende des ersten Trimesters weiter. Das BfR betont ebenfalls, dass dadurch das Risiko für Neuralrohrdefekte gesenkt werden kann. Auch Jod spielt schon früh eine wichtige Rolle.

Im echten Leben wird das Thema Ernährung aber oft genau dann groß, wenn Essen kompliziert wird:

  • bei Übelkeit
  • bei Verdauungsbeschwerden
  • bei Sodbrennen
  • bei wenig Zeit
  • bei auffälligen Blutzuckerwerten
  • bei Unsicherheit nach restriktivem Essverhalten
  • bei Eisenmangel

oder immer dann, wenn du merkst: „Ich weiß theoretisch, was gesund wäre. Aber praktisch kriege ich es gerade nicht gut hin.

Wenn es dir so geht, dann sieh dir mein 1:1 Starterprogramm für Schwangere an oder schreib mir eine E-Mail an beratung@mamamahlzeit.com. Zusammen finden wir bestimmt eine Lösung.

Diese Nährstoffe und Supplemente solltest du kennen, wenn du schwanger bist

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft besteht nicht nur aus dem, was auf dem Teller liegt – Supplemente gehören auch dazu. Ich selbst werfe mir nicht bei jeder Gelengenheit was ein, aber in der Schwangerschaft machen Supplemente wissenschaftlich bewiesen einfach Sinn.

Folsäure und Jod

Folsäure und Jod sollten in der Schwangerschaft zu supplementiert werden, weil eine ausreichende Versorgung allein über die normale Ernährung in Deutschlang oft nicht sicher gewährleistet ist. Folsäure sollte idealerweise schon vor der Schwangerschaft begonnen und bis zum Ende des ersten Trimesters weitergenommen werden. Das BfR nennt für schwangere und stillende Frauen nach vorheriger Jodanamnese 100 bis 150 µg Jod zusätzlich über Präparate.

Docosahexaensäure

Auch Omega-3-Fettsäuren, genauer DHA, sind relevant. Die DGE empfiehlt Schwangeren, die nicht regelmäßig fettreichen Meeresfisch essen, eine zusätzliche Zufuhr von 200 mg DHA pro Tag. Die Empfehlung der Omega-3-Supplementierung geht auch über die Schwangerschaft hinaus und betrifft auch stillende Frauen.

Eisen

Eisen ist ebenfalls wichtig. Aber: Eisen wird nicht pauschal für alle supplementiert. Ob es nötig ist, hängt von Laborwerten, Beschwerden, Ernährung und ärztlicher Einordnung ab.

Supplemente – also welche und in welcher Dosierung – besprich bitte immer mit deiner Ärztin, deinem Arzt, deiner Diätologin oder deiner Hebamme.

Vorsicht! Gerade bei Schilddrüsenerkrankungen, vegetarischer oder veganer Ernährung, Mehrlingsschwangerschaft, auffälligen Blutwerten oder starker Übelkeit braucht es eine individuelle Einordnung. Nicht alle Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft sind sinnvoll oder gar automatisch harmlos. Eine zu hohe Aufnahme einzelner Stoffe kann problematisch sein.

Was gesunde Ernährung in der Schwangerschaft NICHT ist  

Wenn du mit Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen kämpfst, brauchst du nicht noch mehr Ernährungsperfektion. Sinnvoller ist es, wenn du ein paar Anpassungen vornimmst.

Ballaststoffe sind grundsätzlich sinnvoll. Aber bei akuten Beschwerden kann es zeitweise hilfreicher sein, Ballaststoffe etwas zu reduzieren. Greif stattdessen zu milden Gemüsesorten, vermeide Rohkost und teil dir dein Essen in kleine Portionen ein, die du dann über den Tag verteilt isst. Und ganz wichtig: vergiss nicht, ausreichend zu trinken.

Manchmal ist gesund einfach das, was gut verträglich ist und dich vor allem regelmäßig versorgt.

Wenn Essen früher stark von Verboten, Angst oder Kontrolle geprägt war, kann so eine Schwangerschaft alte Themen wieder anstoßen. Denn die Gewichtszunahme kommt unausweichlich. Genau dann ist ein guter Ansatz für dich, Lebensmittel zu entdramatisieren, regelmäßig zu essen und für Ruhe im Kopf und Ausgleich zu sorgen. Vielleicht durch Meditation oder Yoga in der Schwangerschaft oder aber auch durch professionelle psychologische Hilfe.

Denn ein dauerhaft restriktives Essverhalten passt nicht zu den erhöhten Anforderungen in der Schwangerschaft. Und auch nicht zu einer entspannten Beziehung zum Essen.

Kaum ist der Test positiv, taucht bei vielen Frauen ein Gedanke auf, den kaum eine laut ausspricht:
„Hoffentlich nehme ich nicht zu viel zu.“

Kommentare von außen, alte Diätgedanken, Schönheitsindustrie … von diversen Seiten wird die Idee geprägt, dass Gewicht immer etwas mit Disziplin zu tun haben muss.

Aber in der Schwangerschaft befindest du dich nicht im Abbaumodus – du befindest dich im Aufbaumodus.

Für eine normalgewichtige Frauen gilt eine Gewichtszunahme von ungefähr 10 bis 16 kg als angemessenen; je nach Körperzusammensetzung vor der Schwangerschaft unterscheiden sich die Empfehlungen. Gewichtszunahme ist damit in der Schwangerschaft nicht automatisch ein Problem, sondern in großen Teilen ein normaler, biologisch wichtiger Prozess.

Wie die Gewichtszunahme zustande kommt

Die Zahl auf der Waage besteht in der Schwangerschaft nicht einfach nur aus Körperfett. Sie setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

Gewichtszunahme Schwangerschaft
  1. dem Baby
  2. der Plazenta
  3. dem Fruchtwasser
  4. der größer werdenden Gebärmutter
  5. mehr Blutvolumen
  6. mehr Gewebsflüssigkeit
  7. wachsendem Brustgewebe
  8. und auch Fettreserven, die der Körper bewusst anlegt, um zum Beispiel für die Stillzeit gut vorbereitet zu sein

Diese Veränderungen sind physiologisch sinnvoll: Dein Blutvolumen nimmt zu, um dich und dein Kind zu versorgen. Deine Gebärmutter wächst. Flüssigkeit wird eingelagert. Und Energiereserven helfen dir in den letzten Schwangerschaftswochen, rund um die Geburt und in der Stillzeit. Das heißt: Ein Großteil deiner Gewichtszunahme ist nicht nur normal, sondern gewollt und richtig sinnvoll.

Warum alte Kontrollmuster hier besonders problematisch sind

Wenn die Angst vor Gewichtszunahme groß ist, greifen viele Frauen unbewusst auf alte Strategien zurück.

  • Hunger wegtrinken
  • Mahlzeiten kleiner halten
  • Lebensmittel streichen
  • sich zusammenreißen
  • den Körper ständig beobachten

Das Problem ist nur: Hunger ist kein Fehler, Hunger ist ein wichtiges Signal deines Körpers, das dir sagt, was er in dem Moment für dich und dein Baby braucht. Wenn du Hunger dauerhaft ignorierst, landest du meist nicht bei mehr Sicherheit, sondern bei Erschöpfung, Heißhunger, Gedankenkreisen und noch mehr Stress rund ums Essen. Das betrifft übrigens nicht nur die Schwangerschaft sondern auch die Stillzeit. Hier kannst du meinen Beitrag 7 schwere Folgen von Hunger in der Stillzeit und wie intuitive Ernährung dagegen hilft nachlesen.

Gerade beim Thema Zucker kippt die Stimmung in der Schwangerschaft oft besonders schnell, denn wer kennt sie nicht, die Angst vorm großen Zuckertest. Plötzlich fühlt sich jeder Fruchtjoghurt, jede Dattel und jedes Stück Kuchen an wie eine kleine Prüfung. Vor allem dann, wenn der Blutzucker auffällig war oder das Wort Schwangerschaftsdiabetes im Raum steht.

Und genau hier braucht es einen liebevollen Realitätscheck:
Zucker ist nicht der Feind.

Gesunde Ernährung in einer gesunden Schwangerschaft bedeutet nicht, Süßes komplett zu verbannen. Es bedeutet auch nicht, jedes Lebensmittel in „gut“ und „böse“ einzuteilen.

Viel hilfreicher ist eine andere Frage:
Wie ist Süßes in deinen Alltag eingebettet?

Denn ja: Honig, Dattelsirup, Haushaltszucker, Apfelmus oder Banane liefern Süße. Und sie beeinflussen den Blutzucker. Entscheidend sind aber Menge, Häufigkeit und Kombination.

Du siehst, das ist keine Diät. Wer auf den Blutzucker achten soll, braucht deshalb meist keine radikalen Verbote, sondern Struktur, sinnvolle Kombinationen und einen realistischen Alltag.

Und ja, auch natürliche Datteln, Banane oder Apfelmus beeinflussen den Blutzucker, aber im Gegensatz zum Haushaltszucker bringen diese oft Ballaststoffe oder Mikronährstoffe mit – über die sich dein Körper auch freut.

Schwanger sein heißt nicht, mehr Zeit zu haben oder mehr Lust zum Kochen aufbringen zu können. Und schon gar nicht heißt schwanger sein, mehr Energie zu haben – ich denke da ans dritte Schwangerschaftsmonat zurück. Wahnsinn, wie unglaublich müde ich war.

Gerade Müdigkeit, Arbeit, Termine, Arztbesuche oder schon vorhandene Kinder machen Essen oft zur echten Organisationsaufgabe.

Gesund ist nicht nur das, was frisch und aufwendig ist. Gesund ist auch das, was im Alltag regelmäßig klappt und schmeckt und Spaß macht.

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft: Es geht um Sicherheit, nicht um Panikmache und Schikane

Dieses Thema ist emotional aufgeladen. Und ganz ehrlich: verständlich. Gerade wenn ich durch diverse Facebook-Mama-Gruppen scrolle, fällt mir immer wieder auf, wie groß die Bandbreite ist. Sie reicht von purer Panikmache bis hin zu völliger Ignoranz gegenüber sämtlichen Empfehlungen – wobei im Netz vor allem diese beiden Extreme besonders laut auftreten.

Wer da still mitliest, kann schnell verunsichert werden. So fühlt sich Essen in der Schwangerschaft schnell nicht mehr nach Versorgung, Genuss und Bauchgefühl an – sondern eher wie ein Minenfeld.

Aber der Kern ist eigentlich recht einfach:

Bei bestimmten Lebensmitteln geht es in der Schwangerschaft nicht um „clean eating“.
Es geht rein um Infektionsschutz – also den Schutz der Mutter, aber vor allem des Babys.

Die DGE betont, dass Schwangere keine rohen tierischen Lebensmittel essen sollten und besonders auf den Schutz vor Listeriose und Toxoplasmose achten müssen. Diese Infektionen können in der Schwangerschaft schwere Folgen für das ungeborene Kind haben. So steigt bei einer Erstinfektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft unter anderem das Risiko von Fehlgeburten und Fehlbildungen.

Auf diese Lebensmittel solltest du in deiner Schwangerschaft besser verzichten

  • rohes oder nicht durchgegartes Fleisch
  • Rohwürste und roher Schinken
  • roher Fisch, Sushi, geräucherter oder gebeizter Fisch
  • rohe Eier und Speisen mit rohem Ei
  • Rohmilch und Rohmilchprodukte
  • Alkohol und Speisen mit Alkohol

Wenn du tierische Produkte ausreichend erhitzt, sollten Krankheitserreger abgetötet werden. Empfohlen wird Erhitzen auf mindestens etwa 70–72 °C im Inneren für rund 2 Minuten.

Wichtig! Und auch bei pflanzlichen Lebensmitteln gibt’s etwas zu beachten: Rohes Obst, Salat und Gemüse solltest du gründlich waschen, weil Erreger auch darüber aufgenommen werden können.

Alkohol ist wirklich tabu – da gibt’s keine Grauzone

Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere, sollten wirklich gänzlichst auf Alkohol verzichten. Es gibt keine gesicherte risikofreie Menge und kein unbedenkliches Zeitfenster in der Schwangerschaft. Alkoholkonsum kann mit Fehlbildungen, Wachstumsstörungen und Schädigungen des kindlichen Nervensystems verbunden sein.

Diese Lebensmittel sind nicht verboten, aber begrenzt 

Koffein: Kaffee, Cola und Co. – Wie viel ist erlaubt? 

Kaffee ist in der Schwangerschaft nicht komplett verboten, das ist der Grund, warum ich persönlich auch nicht darauf verzichtet habe. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Schwangeren, denen allein vom Kaffeegeruch schon übel wirst, vielleicht gehörst du ja auch dazu?

Die DGE verweist auf die EFSA (die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und nennt 200 mg Koffein pro Tag als Menge, die in der Schwangerschaft als sicher gilt. Gleichzeitig berichtet sie, dass ab 300 mg pro Tag in einer Meta-Analyse ein erhöhtes Risiko für Spontanabort gezeigt wurde.

Wichtig! Bei Koffein denken viele vor allem an Kaffee, doch es geht nicht nur um Kaffee.

Koffein steckt auch in schwarzem Tee, grünem Tee, Cola, Kakao und Energydrinks!

Im Alltag heißt das für dich:
Ein bis zwei Tassen Kaffee sind ok. Aber wenn du dann am selben Tag noch zu Cola, Matcha, Schokolade oder Energydrinks greifst, hast du die Grenze vermutlich schneller überschritten als du glaubst.

Wenn du müde bist, brauchst du in der Schwangerschaft meist eher Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, eine Eisenabklärung oder Entlastung.

Welche Fischsorten du besser meiden solltest 

Fisch kann in der Schwangerschaft wertvoll sein, unter anderem wegen Jod und Omega-3-Fettsäuren. Die DGE empfiehlt grundsätzlich 1 bis 2 Fischmahlzeiten pro Woche, davon möglichst eine Portion fettreichen Seefisch. Gleichzeitig weist das BfR darauf hin, dass Schwangere Fischarten mit höheren Gehalten an Methylquecksilber meiden oder einschränken sollten, weil Methylquecksilber die neurologische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Genannt werden unter anderem Hai, Schwertfisch, Heilbutt und je nach Menge auch Thunfisch.

Doch manche Fische wie zum Beispiel Thunfisch oder Heilbutt haben einen erhöhten Gehalt an Methylquecksilber. Wenn du schwanger bist, solltest du diese Fische meiden. Das gleiche gilt übrigens auch noch für stillende Frauen.

Leber ist nährstoffreich und trotzdem keine gute Idee

Leber enthält sehr viel Vitamin A. Eine übermäßige Aufnahme von Vitamin A in der Schwangerschaft kann problematisch sein. Daher solltest du besonders in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf den Verzehr von Leber verzichten.

Das heißt nicht, dass Vitamin A unwichtig wäre, auf die Dosis kommt es an. Und wie bereits oben erwähnt, kann es neben einem zu wenig, zum Beispiel an Folsäure, eben auch ein zu viel an Vitamin A geben.

Was gesund ist, hängt auch von deinem Alltag und deiner Verträglichkeit ab 

Es gibt nicht einfach „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel. Auch wenn es online oft genau so klingt.

Denn ob ein Lebensmittel für dich gerade sinnvoll ist, hängt nicht nur von Kalorien, Zucker oder Ballaststoffen ab. Es hängt davon ab, wie es dir geht. Was du gerade verträgst. Was du brauchst. Und was in deinem Leben überhaupt umsetzbar ist.

Was für die eine Schwangere perfekt passt, kann für die andere gerade belastend, unpraktisch oder unverträglich sein.

Deshalb sind pauschale Aussagen wie „Das ist gesund“ oder „Das solltest du nicht essen“ oft zu kurz gedacht.

Warum Toast manchmal die gesündere Wahl sein kann als Rohkost 

Schwangerschaft ist keine Phase, in der Essen immer planbar ist.

Störende Gerüche können plötzlich Übelkeit hervorrufen.
Appetit kann sich täglich ändern.
Lieblingsgerichte gehen auf einmal gar nicht mehr. (Ich konnte zum Beispiel keinen Knoblauch mehr esse, obwohl ich sonst 2-3 Zehen roh auf einmal verdrücken kann)
Und manchmal bekommt man morgens eben nur Toast oder Banane herunter.

Gesund essen in der Schwangerschaft heißt, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und mit statt gegen deinen Körper zu arbeiten.

Wenn Vollkorn deinen Magen-Darm gerade eher belastet, als dich zu sättigen, ist eine besser verträgliche Variante vielleicht die bessere Wahl. Wenn ein warmes, einfaches Abendessen à la Milchreis besser für dich funktioniert als der perfekte Rohkostteller, dann ist auch das eine gesunde Entscheidung.

Warum deine Gedanken über Essen eine größere Rolle spielen, als du denkst 

Nicht nur die Lebensmittelauswahl zählt. Sondern auch das, was du dabei denkst, wenn du die einzelnen Lebensmittel isst. Wie es dir damit geht.

Ein starres Denken in „erlaubt“ und „verboten“ kann in der Schwangerschaft enormen Druck erzeugen. Essen wird dann schnell zu einem Kontrollprojekt. Jede Mahlzeit wird bewertet. Jeder Snack kommentiert. Jeder Ausrutscher innerlich bestraft.

Und statt Sicherheit entsteht Stress.

Das große Problem, das dabei entsteht, ist folgendes: Ernährung, die ständig Schuldgefühle auslöst, ist auf Dauer nicht wirklich gesund. Wenn Essen dich verunsichert, dich in lange Esspausen bringt, Heißhunger verstärkt oder dich ständig zwischen „super diszipliniert“ und „jetzt ist es auch egal“ pendeln lässt, dann solltest du besser genauer hinsehen, und dir bei Bedarf professionelle Hilfe holen.

Gesundheit entsteht nicht nur durch Nährstoffe, sondern auch durch Gelassenheit und Regelmäßigkeit.

Warum Brot, Reis und Pasta in der Schwangerschaft völlig okay sind 

Brot, Pasta, Reis oder Kartoffeln haben oft zu Unrecht einen schlechten Ruf.

Zu viel.
Und ja nicht abends.
Zu weiß.
Nicht clean genug.

Aber ganz ehrlich: Kohlenhydrate sind vor allem eins: Energie.

Und Energie ist in der Schwangerschaft nichts Nebensächliches. Die DGE betont ausdrücklich, dass der zusätzliche Energiebedarf in der Schwangerschaft zwar überschaubar bleibt, gleichzeitig aber die Nährstoffdichte der Ernährung steigen sollte. Das spricht gegen extremes Weglassen genauso wie gegen planloses „für zwei essen“.

Deshalb sind Brot oder Pasta nicht ungesund. Auch hellere Varianten dürfen ihren Platz haben. Vor allem dann, wenn du das Weißbrot im Moment besser verträgst als Vollkornbrot oder wenn du dank Weißbrot es überhaupt erst schaffst, regelmäßig zu essen.

Milchprodukte in der Schwangerschaft: muss das sein?

Milch, Joghurt, Topfen (Quark) oder Käse können praktische Quellen für Eiweiß und Kalzium sein. Gleichzeitig passen sie nicht für jede Frau gleich gut. Mögliche Gründe, Milchprodukte wegzulassen, können je nach Person variieren:

  1. Geschmack
  2. Übelkeit oder Unverträglichkeit
  3. ethische Gründe

Die wichtigere Frage ist deshalb nicht: „Muss ich das essen?“
Sondern: Wie wird mein Bedarf insgesamt gedeckt?

Wenn du Milchprodukte magst und verträgst, wunderbar, dann brauchst du dir darüber ja keine weiteren Gedanken zu machen.

Wenn du aus Gründen jedoch auf Milchprodukte verzichtest, achte darauf, dass deine pflanzlichen Alternativen mit Calcium angereichert sind. Das BfR weist darauf hin, dass bei vegetarischer oder veganer Ernährung in der Schwangerschaft eine gezielte Beratung sinnvoll sein kann, um die Versorgung abzusichern.

Süßes macht eine Ernährung nicht automatisch ungesund

Ein Keks macht deine Ernährung nicht schlecht. Ein Stück Schokolade auch nicht. Und ein Stück Torte schon gar nicht.

Viel entscheidender ist, wie Süßes in deinem Alltag auftaucht.

Isst du es bewusst und mit Genuss? Oder ist es das Ergebnis von stundenlangem Hungern, Stress und völliger Erschöpfung? Verbietest du dir alles, um es später doch impulsiv zu essen? Oder gehört ein Stück Schokolade nach dem Abendessen ganz entspannt zum Abendritual?

Gesundheit heißt hier nicht, Zucker zum Feind zu machen, sondern Extreme zu vermeiden. Weder ständiges unbewusstes Snacken noch starre Verbote sind wünschenswert. Wie immer ist Balance the key.

Gesunde Ernährung muss auch zu deinem Leben passen 

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft hängt nicht nur vom Wissen ab, sondern auch von Zeit, Familie, Kultur, Gewohnheit, Umfeld und von deiner Umsetzung.

Nicht jede Mahlzeit muss aus Bio-Superfoods, Nussmus und Chiasamen bestehen, um wertvoll zu sein.

Ganz oft ist gesund schlicht das, was

  • einfach ist
  • regelmäßig klappt
  • bezahlbar ist
  • nährstoffreich genug ist

Erfahrung einer Mama

„Ich dachte am Anfang wirklich, ich müsste alles perfekt machen. Kein Zucker. Nicht zu viel zunehmen. Immer frisch. Immer ausgewogen. Und dann kam die Realität: mir war übel, ich war müde und oft froh, wenn überhaupt etwas ging. Erst als ich aufgehört habe, jede Mahlzeit und jede Zahl auf der Waage zu bewerten, wurde es leichter. Ich habe angefangen, regelmäßiger zu essen, einfacher zu kochen und mich nicht für jeden Keks schlecht zu fühlen, stattdessen die Schwangerschaft in vollen Zügen zu genießen. Das hat mir unglaublich Druck genommen.“

7 Tipps zur Umsetzung: wie gesunde Ernährung in der Schwangerschaft leichter wird 

Nicht der perfekte Plan hilft am meisten – sondern der, den du auch wirklich im Alltag umsetzen kannst.

Was oft wirklich entlastet:

Mein wichtigstes Learning in der Schwangerschaft? Kannst du gerne hier nachlesen. Spoiler: es geht ums Frühstück.

FAQ: Fragen rund die gesunde Schwangerschaftsernährung

Muss ich in der Schwangerschaft perfekt essen?

Nein. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern eine regelmäßige, ausreichende und nährstoffbewusste Versorgung.

Wie viel Gewichtszunahme ist normal?

Das hängt vom BMI vor der Schwangerschaft ab. Die DGE nennt für normalgewichtige Frauen etwa 10 bis 16 kg.

Muss ich komplett auf Zucker verzichten?

Nein. Viel wichtiger als Verbote sind Menge, Häufigkeit und Kombination. Süßes darf Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Welche Supplemente sind in der Schwangerschaft wichtig?

Empfohlen sind Folsäure und Jod. DHA kann sinnvoll sein, wenn du nicht regelmäßig fettreichen Fisch isst. Eisen sollte individuell nach Rücksprache und je nach Blutwerten entschieden werden.

Welche Lebensmittel sind in der Schwangerschaft tabu?

Vor allem rohe tierische Lebensmittel wie rohes Fleisch, roher Fisch, Rohwürste, rohe Eier sowie Rohmilchprodukte und Alkohol.

Wie viel Kaffee ist in der Schwangerschaft okay?

Die DGE nennt 200 mg Koffein pro Tag als sichere Obergrenze in der Schwangerschaft.

Darf ich Sushi essen?

Rohen Fisch solltest du in der Schwangerschaft meiden. Gut durcherhitzte Fischgerichte sind etwas anderes. Alternativen findest du hier in meinem Blogbeitrag.

Weitere „Darf ich XY essen in der Schwangerschaft?“ – Fragen

Hier sind meine Beiträge zu: Risotto, Camembert, Honig, scharf, Halloumi

Fazit

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist kein Perfektionsprojekt.

Sie ist eine Form von Fürsorge, und zwar nicht für dich allein. Sie ist Fürsorge für dich und deinen Körper, aber auch für dein Baby und euren gemeinsamen Alltag.

Und ja: Auch die Gewichtszunahme gehört dazu. Nicht als Zeichen von Kontrollverlust. Sondern als Teil eines Körpers, der Blutvolumen aufbaut, eine Plazenta versorgt, Fruchtwasser bildet, Gewebe wachsen lässt und Energiereserven anlegt.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Hol dir Unterstützung, wenn Ernährung in der Schwangerschaft für dich nicht nur ein Alltagsthema, sondern ein echter Belastungsfaktor wird.

Zum Beispiel bei:

  • starker Übelkeit oder häufigem Erbrechen
  • auffälligen Blutwerten
  • Eisenmangel
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • vegetarischer oder veganer Ernährung
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • starker Angst vor Gewichtszunahme
  • Essstörung oder restriktivem Essverhalten in der Vorgeschichte

Gerade dann ist eine individuelle Begleitung oft viel sinnvoller als noch mehr allgemeine Tipps.

Hinweis

Dieser Blogbeitrag ersetzt keine diätologische oder medizinische Beratung. Bei konkreten Fragen rund um deine Schwangerschaft, deine Gewichtsentwicklung, auffällige Blutwerte, Lebensmittelsicherheit oder die Auswahl von Supplementen sprich bitte mit deiner Gynäkologin, deinem Gynäkologen, deiner Hebamme oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft.

Ernährungstipps für Schwangere

Die 7 besten Ernährungstipps für Schwangere – so gelingt dir der gesunde Start in die Ernährung

Und plötzlich stellt sich die große Frage: Was stimmt denn jetzt? Oma sagt, sie hat früher alles gegessen, die auf Social Media reden davon, dass sogar Haferflocken schädlich sind. Und du hast nur Fragezeichen im Kopf, kein Wunder. Von mir, als studierende Ernährungswissenschaftlerin und zertifizierte Ernährungsberaterin für Schwangere bekommst du heute 7 Ernährungstipps für Schwangere, mit denen dir ein entspannter Einstieg in die Schwangerschaftsernährung garantiert gelingt!

1. Ernährungstipp für Schwangere: Lass dich nicht stressen

Schwanger zu sein ist eine aufregende Gefühlsachterbahn. Im ersten Trimester spielen Hormone und Appetit oft verrückt. Übelkeit, Müdigkeit, Heißhunger oder plötzliche Abneigungen? Völlig normal! Vermutlich gehen dir, so wie mir damals, tausend Dinge durch den Kopf: Besorgungslisten, Dinge, die du noch vor der Geburt erleben willst, Arzttermine und Fristen fürs Elterngeld, … Das alles ist Stress genug.
Darum hier der erste meiner Ernährungstipps für Schwangere: Lass dich nicht stressen und hör auf dein Bauchgefühl. Intuitiv machst du bestimmt schon fast alles richtig, der Rest ist Feinschliff! Wichtig ist: Iss regelmäßig kleine Portionen, wähle das, was du gut verträgst – und mach dir keinen Stress, wenn’s mal nur Knäckebrot oder klare Suppe ist.

2. Ernährungstipp für Schwangere: Trinken nicht vergessen

Vergiss nicht, genug zu trinken. Klingt komisch, aber vor allem, wenn du mit Wassereinlagerungen zu kämpfen hast, ist ausreichend Flüssigkeit so ziemlich das Einzige, was hilft.
Mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag – am besten Wasser, Kräutertees oder Saftschorlen. Stelle dir sichtbar Gläser oder Flaschen bereit, um dich ans regelmäßige Trinken zu erinnern. Auch wenn du dadurch noch öfter aufs Klo wirst rennen müssen. Trinken ist wichtig!

3. Ernährungstipp für Schwangere: Keine Angst vor der Verbotsliste

Ja, einige Lebensmittel wie Rohmilchkäse, rohes Fleisch oder Sushi solltest du meiden. Sie können sie krankmachende Keime wie Listerien, Toxoplasmen oder Salmonellen enthalten können. Diese Erreger sind für gesunde Erwachsene meist harmlos, können aber für dein Baby gefährlich werden. Doch es gibt einen einfachen Trick, wie du zB Salami in deiner Schwangerschaft trotzdem essen kannst: auf der Pizza! Denn durch Erhitzen beim Kochen, Backen oder Braten werden die potentiellen Erreger abgetötet. Ob das ganze auch bei Speck funktioniert, kannst du in folgendem Beitrag nachlesen: Cremige Kürbis Cabonara und die Frage: darf man Speck in der Schwangerschaft essen?

Aber abgesehen von ein paar Lebensmittel, die du in Maßen oder nicht roh essen solltest, kannst du die Ernährung in der Schwangerschaft locker betrachten.

Enstspannt kannst du zum Beispiel auch ans Thema Halloumi herantreten, denn der wird normalerweise, wie ich in meinem Beitrag Halloumi in der Schwangerschaft? Klar, mit Zucchini Polenta und Schmelztomaten! erkläre, mit pasteurisierter Milch verkauft.

4. Folsäure, Jod & Eisen: Deine Nährstoff-Basics zählen auch zu den Ernährungstipps für Schwangere

Diese drei Nährstoffe sind besonders wichtig. Folsäure solltest du am besten schon vor der Schwangerschaft supplementieren, Jod meist über ein Präparat ergänzen und Eisen regelmäßig beim Arzt checken lassen. Wie du deinem Körper dabei helfen kannst, Eisen besser aufzunehmen, habe ich im Artikel Lebensmittelkombinationen als Nährstoffbooster erläutert.

5. Regelmäßig und bunt essen

Leichte gesagt als getan: versuche, so gut es geht, regelmäßig zu essen.
Mein Game-Changer war übrigens das Frühstück in meinen Alltag zu integrieren. Ich habe darüber sogar einen eigenen Beitrag geschrieben: Mein größtes Learning in der Schwangerschaft.

Und was mein ich, wenn ich dir rate „bunt zu essen“? Je größer die Vielfalt auf deinem Teller, desto mehr Nährstoffe gibt’s für dich und dein Baby. Einmal alles mit scharf – wie ich so schön beim Döner sage. Von Gemüse und Obst hin zu Vollkornprodukten, Fleisch und Milchprodukten darfst du dir täglich einen schönen Mix zusammenstellen. So bekommst du auch genug Vitamine und Antioxidantien. Antioxidantien sind deshalb so wichtig, weil sie dir helfen, dein Immunsystem zu stärken.

Bunt sind übrigen auch meine veganen Rainbow-Wraps! Die sind in unter 15 Minuten fertig, also ein echtes Blitzrezept!

6. Ernährungstipp für Schwangere: Snacks für zwischendurch griffbereit halten

Vielleicht geht’s dir wie mir – ich hatte zum Teil richtig großen Hunger in der Schwangerschaft. Und seitdem ich stille, ist der Hunger noch größer geworden! Kein Wunder, immerhin verbraucht eine stillende Mama laut dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit im Schnitt 500kcal mehr pro Tag alleine durchs Stillen!
Doch weil es für meine Familie nichts Schlimmeres gibt, als wenn ich ins Hungerloch falle, habe ich nun immer meine Stillkugeln aka Energy Balls dabei.
Hier sind 2 Rezepte, wenn du – so wie ich – immer einen Snack dabei haben willst, aber auch auf unnötige Zusatzstoffe verzichten willst: Kokos Energy Balls und Stillkugeln mit Pistazienkern.

Was ich noch mache, um meinen Heißhunger besser im Griff zu haben: Frühstücken! Und weil es im Winter auch gern mal was Warmes für den Magen geben darf, habe ich hier mein absolutes Lieblingsporridge-Rezept für dich: Apfel-Zimt-Porridge!

7. Ernährungsmythos aufgeklärt: Essen für zwei? Nein, aber du darfst für zwei denken!

Der letzte meiner Ernährungstipps für Schwangere lautet: Lass dich nicht von Schwangerschaftsmythen verunsichern. Manche „Weisheiten“ werden einfach von Generation zu Generation übermittelt, ohne mal näher darüber nachzudenken.
Einer dieser Mythen ist, dass du in deiner Schwangerschaft plötzlich für zwei essen solltest. Das ist aber Unsinn.
Im ersten Trimester brauchst du keine Extra-Kalorien. Im zweiten und dritten Trimester sind es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung etwa 250–500kcal mehr – das entspricht z. B. einem Joghurt mit Müsli oder einer Portion Nüssen und Obst.

Du willst wissen, ob du nun Kaffee in deiner Schwangerschaft trinken darfst und ob ein Gläschen Wein wirklich okay ist? Hier geht’s zu meinem Beitrag: Die größten Ernährungsmythen in der Schwangerschaft.

Fazit: Ernährung in der Schwangerschaft – entspannt und fundiert

Die perfekte Ernährung in der Schwangerschaft? Die gibt’s nicht. Ernährung ist individuell und sieht bei jedem anders aus. Aber mit ein paar einfachen Tipps und Tricks findest du deinen Weg zwischen Müdigkeit, Heißhunger und Ernährungsempfehlungen.
Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, gut versorgt bist – und dir nicht zu viel Druck machst! Auch nicht zum Ende hin, wenns dann um die geburtsvorbereitende Ernährung geht. Dazu habe ich auch bereits 2 Beiträge geschrieben, lies gern mal rein:

Titelbild Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft - richtig essen in der Schwangerschaft

Du suchst einen rundum Überblick zur richtigen Ernährung in der Schwangerschaft? Hier gehts zu meinem Beitrag: Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft: die große Anleitung für deinen Alltag.

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Was ist Folsäure ?

Wie dir der Start in eine gesunde Schwangerschaftsernährung ganz leicht gelingt, verrate ich dir in meinem Beitrag Die 7 besten Ernährungstipps für Schwangere.

Wie wirkt Folsäure in der Schwangerschaft auf dein Baby?


Studien haben herausgefunden, dass Folsäure in der Schwangerschaft folgende Risiken senken kann:


• Das Risiko, dass bei deinem Baby ein Neuralrohrdefekt auftritt, sinkt.
(Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1677062/)

• Das Risiko für Fehlbildungen am Herzen sinkt.
(Quelle: https://www.nature.com/articles/srep08506)


Des Weiteren hat Folsäure einen günstigen Einfluss auf die Blutbildung. Das ist nicht nur für dein Baby, sondern auch für dich wichtig, da sich in der Schwangerschaft dein Blutvolumen steigert.

Fun Fact: Die USA sieht Folsäure sogar als so wichtig an, dass eine Folsäureanreicherung des Mehls seit 1998 gesetzlich vorgeschrieben ist.

Solltest du Folsäure täglich einnehmen?

Ja. Am besten startest du bereits vor deiner Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure und nimmst bis zur 12. SSW Folsäure in der dir vom Arzt verordneten Dosis zu dir. Ab dem 2. Trimester wird die Folsäuresupplementation wieder angepasst/verringert.
(Quelle: https://www.who.int/tools/elena/interventions/folate-periconceptional)


Es gibt übrigens auch eine empfohlene Höchstgrenze! Laut EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, sollten Erwachsene – und da sind Schwangere mit eingeschlossen – einen Wert von 1.000 μg/Tag nicht überschreiten.
(Quelle: https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/8353)

Wo ist am meisten Folsäure drin?

Auflistung von folsäurehaltigen Lebensmittel wie Hühnerleber,...

Gute Folsäurequellen sind: Hühnerleber, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Linsen, Kichererbsen, Erdbeeren, Brokkoli, Walnüsse.

Warum die Ernährung alleine leider nicht ausreicht, deinen Folsäurebedarf in der Frühschwangerschaft zu decken

Unser Körper kann natürliches Folat, wie es in Lebensmitteln vorkommt, nur zu rund 50 %–75 % aufnehmen und verwerten – das nennt man Bioverfügbarkeit.
Im Gegensatz dazu ist synthetische Folsäure eine einzelne, stabile Verbindung, die der Körper wesentlich leichter aufnehmen kann.
→ Bei Einnahme auf nüchternen Magen liegt die Bioverfügbarkeit sogar bei bis zu 170 % im Vergleich zum Nahrungsfolat.
(Quelle: https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/7452)


Was ist Folsäure und was ist der Unterschied zwischen Folsäure und Folat?

Folat ist die natürliche Form von Vitamin B9, wie sie in Lebensmitteln wie grünem Blattgemüse oder Hülsenfrüchten vorkommt.
Folsäure dagegen ist die synthetisch hergestellte Form. Du findest sie in Nahrungsergänzungsmitteln.
Während Folat bereits teilweise biologisch aktiv ist, muss Folsäure im Körper zunächst in die aktive Form (5-Methyl-THF) umgewandelt werden. Sie ist dafür stabiler und wird vom Körper besonders gut aufgenommen – vor allem auf nüchternen Magen.

FAQ

Ist Folsäure Vitamin B12

Nein. Folsäure ist Vitamin B9. Vitamin B12 ist Cobalamin.

Wie kann ich Folsäure am besten einnehmen?

Meist wird Folsäure in Tablettenform verabreicht.

Kann ich Vitamin B12 und Folsäure zusammen einnehmen?

Ja, du kannst sie zusammen einnehmen. Der Stoffwechsel der beiden Vitamine ist eng miteinander verknüpft.

Kann ich Vitamin D und Folsäure zusammen einnehmen?

Ja, du kannst sie zusammen einnehmen – es sollte zu keinen Wechselwirkungen kommen.

Hat Folsäure Nebenwirkungen?

Die Nebenwirkungen und Wirkungsmechanismen kannst du hier nachlesen:
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Folsaeure_1728#Anwendung

Fazit

Folsäure ist ein unverzichtbares Vitamin – insbesondere in der Schwangerschaft. Da der Körper natürliches Folat aus Lebensmitteln nur begrenzt verwerten kann und der Bedarf in der Frühschwangerschaft besonders hoch ist, wird die zusätzliche Einnahme von synthetischer Folsäure dringend empfohlen. Sie schützt nachweislich vor Neuralrohrdefekten, unterstützt die Blutbildung und wird vom Körper deutlich besser aufgenommen. Eine gezielte Supplementation – idealerweise schon vor der Schwangerschaft – kann für die gesunde Entwicklung deines Babys entscheidend sein.
Lass dich diesbezüglich von deiner Ärztin / deinem Arzt beraten!

Du möchtest mehr über Vitamine wissen und wie du in der Schwangerschaft dein Immunsystem stärken kannst? Dann lies dir gerne folgenden Beitrag durch:

Diese 3 Lebensmittelkombinationen tun dir gut

Starke Lebensmittelkombinationen und clever die Nährstoffaufnahme verbessern (zB.: Eisen und Vitamin C)

In der Schwangerschaft ist dein Nährstoffbedarf ordentlich in die Höhe geschraubt: Eisen, Kalzium, Vitamin D, Vitamin C … Aber keine Sorge, solange du gesund bist, brauchst du nicht täglich einen Haufen Tabletten einzuwerfen. Denn mit dem richtigen Wissen über Lebensmittelkombinationen kannst du deine Nährstoffaufnahme verbessern. Welche Kombis das sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Was viele nicht wissen: Nicht nur WAS du isst, zählt – sondern auch WIE du es kombinierst. Mit klugen Food-Duos kann dein Körper bestimmte Nährstoffe nämlich deutlich besser aufnehmen. Das Ganze nennt sich Bioverfügbarkeit und genau die kannst du mit ein paar simplen Tricks im Alltag pushen. In diesem Beitrag zeige ich dir meine liebsten Nährstoff-Boost-Kombis, die besonders in Schwangerschaft & Stillzeit Sinn machen (z. B. Eisen und Vitamin C).

Quick-Guide: Die besten Lebensmittelkombinationen

Eisen + Vitamin C: Haferflocken + Beeren, Linsen + Paprika
Eisen-Hemmer: Kaffee/Schwarztee & Kalzium – 1–2 Std. Abstand
A/D/E/K + Fett: Karotte + Hummus, Tomatensauce + Olivenöl
Kalzium + Vitamin D: Kalziumquelle + Tageslicht / fetter Fisch
Küchen-Tricks: Tomaten erhitzen, Hülsenfrüchte/Hafer einweichen

Was bedeutet Bioverfügbarkeit?

Bioverfügbarkeit bedeutet: Wie viel von einem Nährstoff aus deinem Essen wirklich in deinem Körper ankommt und genutzt werden kann. Manchmal steckt ein Nährstoff zwar drin, aber dein Körper kann ihn ohne „Helfer“ nicht gut aufnehmen. Genau hier kommen Food-Duos ins Spiel  (zB Fett + Beta Carotin). 

Einfache Küchen-Tricks für eine bessere Bioverfügbarkeit

  • Erhitzen: macht Pflanzenzellen „zugänglicher“. Das Erhitzen von Tomaten zum Beispiel erhöht die Verfügbarkeit des wertvollen Antioxidans Lycopin, wodurch der Körper den gesunden Stoff besser aufnehmen kann.
  • Einweichen: z. B. Haferflocken oder Hülsenfrüchte. Das kann die Verwertung von Mineralstoffen verbessern, weil dabei „Nährstoffbremsen“ wie Phytinsäure reduziert werden können. In der Folge kann dein Körper Eisen, Magnesium und Zink besser aufnehmen.

Eisen besser aufnehmen: Warum Eisen und Vitamin C zusammen so gut funktionieren

Mit dem Eisen habens wir Frauen ja sowieso nicht leicht. Viele sind schon vor der Schwangerschaft von einem niedrigen Eisenspiegel betroffen und in Schwangerschaft & Stillzeit steigt der Eisenbedarf dann nochmal an. 

Um einen Eisenmangel gleich gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist ein guter Trick, eisenhaltige Lebensmittel mit Vitain C zu kombinieren. So kann dein Körper Eisen besser aufnehmen, das macht vor allem bei pflanzlichen Eisenquellen viel Sinn:

  • Haferflocken + Beeren 
  • Hülsenfrüchte + Paprika/Brokkoli

Tipp: Frische Kräuter wie Petersilie oder Kresse sind kleine Vitamin-C-Bomben – streu sie großzügig über deine Mahlzeiten!

Du suchst gleich nach einem Rezept für heute Abend oder morgen Mittag? Dann hab ich hier einen eisenreichen Salat für Schwangere mit Spinat und Quinoa.
Vitamin C kann noch viel mehr, als deine Eisenaufnahme verbessern. Vitamin C gehört zu den Antioxidantien! Warum diese so wichtig in deiner Schwangerschaft sind, erfährst du in meinem Beitrag Immunsystem stärken in der Schwangerschaft: Die besten Antioxidantien für dich und dein Baby

Was hemmt die Eisenaufnahme? Und wie du das Problem löst.

  • Kaffee oder Schwarztee, weil Polyphenole die Eisenaufnahme hemmen können. 
  • Milchprodukte hemmen aufgrund ihres hohen Calciumgehalts die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und sollten nicht zeitgleich mit eisenhaltigen Mahlzeiten verzehrt werden.

Ein zeitlicher Abstand von mindestens 1–2 Stunden wird empfohlen.

Fettlösliche Vitamine: Warum du bei Karotten nicht auf’s Fett verzichten solltest

Fett ist bööööse … oder doch nicht? Fett ist nicht gleich Fett. Und manche Vitamine brauchen Fett sogar, sonst sind sie im Körper wie Gäste ohne Einladung – also sie verschwinden wieder ohne je von jemanden bemerkt worden zu sein. 

Die Vitamine A, D, E und K sind fettlöslich. Bedeutet: Dein Körper braucht ein bisschen Fett, damit er sie gut aufnehmen kann. (Karotten pur sind per se nicht „schlecht“ aber mit Dip sind sie halt einfach… sinnvoller. 😉)

Diese Lebensmittelkombinationen feier ich richtig:

  • Karottensticks + Hummus zur besseren Aufnahme von Vitamin A
  • Blattspinat + Avocado zur besseren Aufnahme von Vitamin K
  • Ofenkürbis + Feta zur besseren Aufnahme von Beta Carotin
  • Pasta mit Tomatensauce + Olivenöl zur besseren Aufnahme von Lycopin

Willst du noch tiefer in das Thema fettlösliche Vitamine eintauchen ? Dann schau doch mal bei Lebenskraftpur vorbei.

Kalzium + Vitamin D: DIE Lebensmittelkombination für starke Knochen

Wenn du an starke Knochen und gesunde Zähne denkst, denkst du vermutlich zuerst an Kalzium, zurecht! Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Kalziumaufnahme von rund 1000 mg. Aber: Ohne Vitamin D kann dein Körper Kalzium nicht richtig aufnehmen. Vitamin D ist sozusagen der „Türöffner“.

Diese Lebensmitte gehören einfach zusammen, wenn du deine Kalzium Nährstoffaufnahme verbessern willst

  • (Kalziumreiche) Bananenmilch + Tageslicht am Morgen 
  • Spinat + gebratener Lachs
  • Brokkolisalat + Ei

Tipp: Achte bei pflanzlichen Drinks auf „mit Kalzium angereichert“, denn nicht jeder Hafer- oder Mandeldrink enthält automatisch Kalzium.

Noch ein Wort zum Sonnenvitamin: Gerade im Winter oder wenn du viel drinnen bist, ist Vitamin D oft knapp. Lass regelmäßig deinen Wert checken. Viele profitieren von einer gezielten Supplementierung (bitte immer mit Ärztin/Arzt abklären).

Du bist neu in der Welt der Ernährung in der Schwangerschaft und fühlst dich von all den Tipps erschlagen? Dann schau dir meine Ernährungstipps für Schwangere und mein Bullshit-Bingo für Schwangere an!

Wenn du Begleitung auf deinem Ernährungsweg durch eine gesunde Schwangerschaft suchst, bin ich gerne für dich da. Reserviere dir dein kostenloses Erstgespräch für mein Mama Starterprogramm.

Bullshit-Bingo Ernährung in der Schwangerschaft

Bullshit-Bingo: Die größten Ernährungsmythen in der Schwangerschaft

Kennst du das? Kaum sieht jemand deinen Babybauch, werden ungefragt Ernährungstipps verteilt wie Werbezettel in der Fußgängerzone. 80 % davon? Reiner Bullshit. Zeit, mal ordentlich aufzuräumen!

Herzlich-Willkommen bei einer Runde BULLSHIT-BINGO in der Schwangerschafts-Edition!

1. „Jetzt musst du für zwei essen!“

Bullshitbingo: Jetzt musst du für 2 essen

Ah ja, klar! Und dein Baby braucht dann wohl auch zwei Pizzen und eine Extraportion Eis? Die Wahrheit: Dein Kalorienbedarf steigt, steigt gar nicht so stark, vor allem nicht in der ersten Schwangerschaftshälfte – was wirklich zählt, ist die Nährstoffqualität. Also weniger „mehr essen“, dafür mehr „besser essen“! Studien zeigen, dass der Energiebedarf erst ab dem zweiten Trimester leicht steigt – um etwa 250 bis 500 kcal pro Tag. Viel wichtiger als Quantität ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen wie Folsäure, Spurenelementen wie Eisen und essentiellen Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren. So kannst du die Entwicklung des Babys optimal unterstützen.

2. „Ein Gläschen Wein schadet doch nicht!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: ein Gläschen Wein schadet doch nicht

Sorry, aber nein. Kein einziger Tropfen Alkohol in der Schwangerschaft ist sicher – Punkt. Auch wenn Tante Erna damals noch Eierlikör genippt hat und „alle gesund geblieben sind“. Alkohol passiert die Plazentaschranke ungehindert und kann bereits in kleinen Mengen das fetale Alkoholsyndrom (FAS) verursachen, das mit geistigen und körperlichen Schäden einhergeht. Selbst geringe Mengen beeinflussen die Gehirnentwicklung deines Babys negativ.

3. „Milch trinken, damit dein Baby starke Knochen bekommt!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: Milch trinken

Kalzium ist wichtig – aber wer hat gesagt, dass es nur in Milch steckt? Brokkoli, Mandeln und Sesam liefern es auch. Dein Baby verlangt nicht nach Kuhmilch, sondern nach guten Nährstoffen. Studien zeigen, dass eine ausgewogene Ernährung mit kalziumreichen pflanzlichen Lebensmitteln genauso effektiv für die Knochengesundheit ist wie Milchprodukte. Zudem liefern grüne Gemüsesorten zusätzlich wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe.

4. „Kaffee ist total verboten!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: Kaffee trinken

Entspann dich. Bis zu 200 mg Koffein pro Tag sind okay – das entspricht etwa 1–2 Tassen Kaffee. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein moderater Koffeinkonsum in der Schwangerschaft unbedenklich ist. Allerdings wird Koffein nicht so schnell verstoffwechselt, weshalb es sich empfiehlt, den Konsum im Auge zu behalten. Studien deuten darauf hin, dass hohe Mengen (>300 mg pro Tag) mit einem leicht erhöhten Risiko für Fehlgeburten oder niedriges Geburtsgewicht verbunden sein können.

5. „Bloß nichts Saures, das macht das Baby sauer!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: saures Essen

Was genau soll das bedeuten? Dass dein Kind mit schlechter Laune auf die Welt kommt? Zitronen und Co. versorgen dich mit Vitamin C – dein Baby wird also höchstens besonders fit, nicht fuchsteufelswild. Vitamin C unterstützt die Eisenaufnahme, stärkt das Immunsystem und ist essentiell für das Wachstum des Babys. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung, dass saure Lebensmittel einen Einfluss auf das Temperament haben.

6. „Scharfes Essen führt zu vorzeitigen Wehen!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: scharfes Essen

Nein! –höchstens zu Sodbrennen. Wenn du scharf gewohnt bist, kannst du auch schwanger weiterhin deine Gerichte mit Chili ordentlich up-spycen – dein Baby kriegt davon keine Panikattacke. Studien zeigen, dass Capsaicin (der scharfe Wirkstoff in Chili) keine direkten Auswirkungen auf die Gebärmutter hat. Allerdings kann scharfes Essen bei empfindlichen Schwangeren den Magen reizen oder Sodbrennen verstärken – das ist aber eine individuelle Reaktion und kein medizinisches Risiko. Außerdem gibt es viele Länder, in denen traditionell sehr scharf gegessen wird, zum Beispiel in Indien, Thailand oder Mexiko. Dort sind gesunde Schwangerschaften mit scharfem Essen völlig normal – ein weiteres Indiz dafür, dass dieser Mythos unbegründet ist.

7. „Zucker macht dein Baby hyperaktiv!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: Zucker

Nope. Zucker ist kein Power-Knopf für Babys. Klar, zu viel ist ungesund, aber dein Kind fängt nicht plötzlich im Bauch an zu Breakdancen, nur weil du ein Stück Kuchen gegessen hast. Der Mythos basiert auf der Fehlannahme, dass Zucker einen unmittelbaren Einfluss auf das Verhalten hat – tatsächlich beeinflusst er aber nur den Blutzuckerspiegel. Eine dauerhaft hohe Zuckerzufuhr kann jedoch das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöhen, was wiederum Folgen für das Baby haben kann.

Zum Thema Zucker passt ja auch gut die Louwen-Diät. Wenn du wissen möchtest, was ich davon halte, lies gerne mal rein: Diätwahn in der Schwangerschaft: warum ich die Louwen-Diät kritisch sehe

8. „Avocados? Die sind doch viel zu fettig!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: Avocados

Oh, wie schade – dann müssen wir jetzt auch Nüsse und Oliven „verbieten“? Gesunde Fette sind essentiell, auch in der Schwangerschaft. Also genieß deine Avocado – dein Baby freut sich über die Omega-3-Fettsäuren. Diese sind wichtig für die Gehirnentwicklung und können sogar das Risiko für Frühgeburten senken. Studien zeigen, dass Schwangere mit einer ausreichenden Omega-3-Zufuhr häufig Kinder mit besserer kognitiver Entwicklung bekommen.

9. „Kräutertee ist total gesund – immer trinken!“

Bullshitbingo Schwangerschaft: Tee

Naja, kommt drauf an. Nicht alle Kräuter sind schwangerschaftsfreundlich – Salbei und Pfefferminze können wehenfördernd wirken. Diese solltest du nicht literweise trinken. Während Kamille oder Ingwertee in Maßen unbedenklich sind, können bestimmte Kräuter wie Beifuß, Wermut oder Süßholz tatsächlich negative Effekte auf die Schwangerschaft haben. Du solltest dich also immer erst informieren, bevor du zur Teekanne greifst! (Solltest du nach deiner Schwangerschaft Stillen, bleibt das Thema Tee übrigens präsent, da gehts dann um die Milchbildung)

Fazit: Entspann dich & iss bewusst!

Die meisten Ernährungsmythen halten sich hartnäckiger als ein Kaugummi unter der Schuhsohle. Informier dich, hör auf deinen Körper und lass dich nicht verrückt machen. Dein Baby braucht keine Dogmen, sondern eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung – und eine entspannte Mama. 💛

Du suchst nach einem leichten Einstieg in die Ernährung für Schwangere? Dann habe ich hier Die 7 besten Ernährungstipps für Schwangere – so gelingt dir der gesunde Start in die Ernährung. Oder willst du schon konkret wissen, ob du Speck in deiner Schwangerschaft essen darfst? Das habe ich in folgendem Beitrag erklärt: Cremige Kürbis Cabonara und die Frage: darf man Speck in der Schwangerschaft essen?

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Immunsystem stärken in der Schwangerschaft: Die besten Antioxidantien für dich und dein Baby

Veronika Julmi Studentin der Ernährungswissenschaften, stillende Mama, zertifizierte Ernährungsberaterin, begeisterte Hobbyköchin, wanderbegeisterter Outdoor-Fan. Mein Ziel bei MamaMahlzeit ist es, (werdenden) Mamas zu zeigen, dass gesunde Ernährung nicht kompliziert sein muss. Mit einfachen Rezepten und viel Geschmack will ich mehr Leichtigkeit in den hektischen Mamaalltag bringen. Du willst mich besser kennen lernen? Dann klick hier: Fan […]