Geburtsvorbereitende Ernährung was bringt sie wirklich

Geburtsvorbereitende Ernährung: Hype oder hilfreich für Schwangere?

Letzte Woche saß ich vor ChatGPT und dachte mir: „Was spuckt die KI eigentlich aus, wenn ich sie nach geburtsvorbereitender Ernährung frage?“ Und sagen wir mal so: Zwischen Datteln, Himbeerblättertee, Energy Balls und „iss einfach intuitiv“ war alles dabei. Nur leider oft ohne Einordnung. Und genau da wird es spannend.

Denn geburtsvorbereitende Ernährung ist kein Zaubertrick, mit dem du dein Baby sanft aus dem Bauch snackst. Aber sie kann deinen Körper in den letzten Schwangerschaftswochen sinnvoll unterstützen. Ich zeige dir hier beide Seiten auf. Am Ende gebe ich dir meine klare Empfehlung.

die kurze Antwort:

Geburtsvorbereitende Ernährung kann deinen Körper in den letzten Schwangerschaftswochen unterstützen, indem sie Energie liefert, Nährstoffspeicher pflegt und eventuell bestimmte Geburtsverläufe positiv beeinflusst. Besonders Datteln sind spannend, aber kein Muss. Wichtig bleibt: ausgewogen essen, genug trinken, Risiken meiden und nichts ohne Rücksprache übertreiben.

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Welche Chancen bietet geburtsvorbereitende Ernährung für Schwangere?

Geburtsvorbereitende Ernährung bietet die Chance, deinen Körper vor der Geburt gut mit Energie, Flüssigkeit und wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Geburt ist schließlich keine Wellness-Anwendung mit Lavendelduft, sondern körperliche Arbeit. Und ja: Dafür darf dein Körper gut vorbereitet sein.

1. Du gehst nicht mit leerem Akku in die Geburt

In den letzten Schwangerschaftswochen ist dein Körper ohnehin im Hochleistungsmodus. Die offiziellen Empfehlungen betonen, dass der Bedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen in der Schwangerschaft stärker steigt als der Energiebedarf. Deshalb sind nährstoffdichte Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Eier, Fisch oder hochwertige pflanzliche Alternativen besonders sinnvoll.

Für die Geburtsvorbereitung heißt das: Nicht „mehr essen um jeden Preis“, sondern clever essen. Also Mahlzeiten, die satt machen, deinen Blutzucker stabil halten und dich nicht in dieses „Ich brauche jetzt sofort drei Zimtschnecken oder ich weine“-Loch schubsen. Komplexe Kohlenhydrate, Eiweiß und gesunde Fette – darauf darfst du deinen Fokus legen. 

Was genau du deine Gedanken mit einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft zu tun habe, kannst du hier nachlesen: Warum deine Gedanken über Esseneine größere Rolle spielen als du denkst.

2. Datteln könnten tatsächlich mehr sein als ein Instagram-Trend

Datteln gehören zu den bekanntesten Lebensmitteln rund um geburtsvorbereitende Ernährung. Und tatsächlich gibt es dazu auch Studien. Eine Meta-Analyse von 2024 fand Hinweise darauf, dass Dattelkonsum in der späten Schwangerschaft unter anderem mit kürzerer Schwangerschafts- und Geburtsdauer, geringerem Einleitungsbedarf und besseren Werten zur Muttermundsreife verbunden sein kann. Leider zeigen die bisherigen Studien keine zuverlässigen Ergebnisse – viele haben methodische Schwächen. Besonders problematisch: Nur vier Studien haben untersucht, wie sicher diese Maßnahme wirklich ist.

Praktisch heißt das: Wenn du Datteln magst und keine medizinischen Gründe dagegensprechen, können sie ab etwa der 36./37. Schwangerschaftswoche eine schöne Ergänzung sein. Zum Beispiel 3–6 Datteln am Tag, je nach Größe, Verträglichkeit und Blutzuckersituation. Bei Gestationsdiabetes bitte unbedingt vorher mit Ärztin, Arzt oder Ernährungsberatung abklären.

3. Du kannst Verdauung und Wohlbefinden unterstützen

Viele Schwangere kennen es: Der Bauch ist voll, der Darm träge, der Magen drückt und die Motivation für riesige Mahlzeiten liegt ungefähr bei null. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Haferflocken, Vollkornbrot, Linsen, Gemüse, Beeren, Leinsamen oder Nüsse können helfen, die Verdauung in Schwung zu halten. Wenn du dich ballaststoffreich ernährst darfst du aber eines nicht vergessen: trinken, trinken, trinken! Am besten greifst du vor allem zu Wasser und ungesüßten Tees – zuckerreiche Getränke sollten eher die Ausnahme bleiben.

Welche Gefahren lauern bei der geburtsvorbereitenden Ernährung auf Schwangere?

Geburtsvorbereitende Ernährung wird genau dann problematisch, wenn aus Unterstützung ein Druckprogramm wird. Kein Lebensmittel garantiert eine schnelle Geburt. Kein Tee ersetzt medizinische Begleitung. Und kein Ernährungstrend sollte dich dazu bringen, Warnzeichen, Diagnosen oder dein Bauchgefühl zu ignorieren.

1. Der größte Denkfehler: „Natürlich“ heißt automatisch sicher

Viele geburtsvorbereitende Tipps klingen harmlos, weil sie natürlich sind. Datteln, Tees, Gewürze, Öle, Kräuter. Aber auch natürliche Lebensmittel und Pflanzenstoffe können Wirkungen haben, gerade in der Schwangerschaft.

Bei Himbeerblättertee zum Beispiel ist die Datenlage deutlich dünner als der Hype. Er wird traditionell genutzt, aber hochwertige Belege für klare Geburtseffekte sind begrenzt. Deshalb würde ich ihn nicht als „muss jede Schwangere trinken“ empfehlen, sondern nur nach Rücksprache mit Hebamme oder Ärztin, besonders bei Risikoschwangerschaft, vorzeitigen Wehen, Blutungen oder geplanter Sectio.

2. Zu viel Zucker bleibt zu viel Zucker – auch wenn er aus der Dattel kommt

Datteln liefern Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Aber sie enthalten eben auch eine gute Menge Zucker. Das ist nicht per se schlecht. Dein Körper darf Kohlenhydrate bekommen, und sehr restriktive Low-Carb-Ansätze in der Schwangerschaft sind nicht automatisch sinnvoll. Reviews zeigen, dass sowohl sehr kohlenhydratarme als auch sehr kohlenhydratreiche Muster differenziert betrachtet werden müssen, weil die Qualität der Kohlenhydrate entscheidend ist.

Aber: Bei Gestationsdiabetes, Insulinresistenz oder stark schwankendem Blutzucker solltest du Datteln nicht einfach wahllos in dich reinstopfen, nur weil du in Facebook Gruppen gelesen hast, dass irgendwelche 3-fach Mamas dank der Datteln eine ach so leichte Geburt hatten. Ernährung ist individuell und daher brauchts individuelle Lösungen. Vielleicht passen Datteln bei dir besser, wenn du sie mit Nüssen kombinierst. Vielleicht aber auch gar nicht. Hör auf dich und das Fachpersonal auf das du vertraust. 

3. Lebensmittelsicherheit bleibt wichtiger als jeder Geburts-Hack

Kurz vor der Geburt noch Sushi mit rohem Fisch, Rohmilchkäse (z.B.: Camembert) oder Salami gönnen, weil die Schwangerschaft ja eh bald vorbei ist? Lieber nicht. Schwangere sollten rohe tierische Lebensmittel meiden, unter anderem wegen möglicher Infektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose. Das gilt auch in den letzten Wochen.

Auch bei Fisch lohnt sich die differenzierte Sicht: Fisch liefert Jod, Vitamin D und langkettige Omega-3-Fettsäuren wie DHA. Bei Verzicht auf fettreichen Fisch sollte DHA supplementiert werden. Gleichzeitig sollten Schwangere eher quecksilberarme Fischarten wählen – das heißt Thunfisch sollte nicht deine erste Wahl sein. 

4. Die Louwen-Diät kann schnell zur Diätfalle werden

Ein Thema, das bei geburtsvorbereitender Ernährung fast immer auftaucht, ist die Louwen-Diät. Dabei wird häufig empfohlen, in den letzten sechs Schwangerschaftswochen auf Zucker und Weißmehl zu verzichten, um die Geburt zu erleichtern. Die Idee dahinter: Ein stabilerer Blutzucker- und Insulinspiegel könnte die Wirkung geburtsrelevanter Hormone unterstützen. Klingt erst mal logisch, ist wissenschaftlich aber nicht ausreichend belegt. Was Dr. Louwen selbst über seine Diät denkt, habe ich in folgendem Beitrag näher betrachtet: Diätwahn in der Schwangerschaft: warum ich die Louwen-Diät kritisch sehe.

Was ich daran kritisch sehe: Auf Social Media wird aus dieser eigentlich überschaubaren Empfehlung schnell ein strenges Regelwerk. Plötzlich geht es nicht mehr nur um weniger Süßigkeiten und Weißmehl, sondern um „keine Kohlenhydrate“, „keine Nudeln“, „kein Brot“, „bloß nichts falsch machen“. Und genau da wird es problematisch. Denn komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten oder Haferflocken sind (sofern du keine Unverträglichkeiten hast) niemals dein Feind – auch nicht in der Schwangerschaft, sondern wichtige Energielieferanten.

Gerade in den letzten Wochen vor der Geburt brauchst du keine zusätzliche Diät-Challenge. Du brauchst Energie, Nährstoffe und Vertrauen in deinen Körper. Besonders für Frauen mit Essstörungserfahrung oder einem angespannten Verhältnis zum Essen kann der Begriff „Diät“ enormen Druck auslösen. Und ganz ehrlich: Keine Frau sollte hochschwanger das Gefühl haben, sie sei selbst schuld, wenn die Geburt nicht „leicht genug“ verläuft.

Meine Empfehlung: Du darfst freien Zucker und Weißmehl reduzieren, wenn dir das guttut. Aber bitte nicht aus Angst. Und bitte nicht, indem du ganze Lebensmittelgruppen streichst oder hungrig ins Bett gehst. Geburtsvorbereitende Ernährung darf dich stärken und soll nicht in einem Kontrollprojekt enden. 

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Wie gehe ich persönlich mit geburtsvorbereitender Ernährung um?

Ich sehe geburtsvorbereitende Ernährung nicht als Challenge, sondern als liebevolle Vorbereitung. Nicht: „Du musst jetzt jeden Tag sechs Datteln essen, Himbeerblättertee trinken, Leinsamen schroten, Knochenbrühe kochen und nebenbei noch Atemübungen machen.“ Sondern: „Was braucht dein Körper jetzt, damit du dich stabil, genährt und gut begleitet fühlst?“

Meine klare Linie ist: Erst die Basis, dann die Extras.

Die Basis sieht für mich so aus:

  • regelmäßige Mahlzeiten mit Eiweiß, komplexen Kohlenhydraten und gesunden Fetten
  • viel Gemüse und Obst, aber ohne Rohkost-Zwang bei Sodbrennen oder Völlegefühl
  • ausreichend trinken
  • Jod, Eisen und DHA nach Empfehlung im Blick behalten
  • keine Experimente mit extremen Diäten, Fastenkuren oder „Geburt anstoßen durch Essen“

Die Extras dürfen dann dazukommen:

Datteln, wenn du sie magst. Energy Balls (was das genau ist, kannst du hier nachlesen) für die Kliniktasche. Himbeerblättertee, wenn deine Hebamme grünes Licht gibt. Ein gutes Wochenbett-Frühstück im Tiefkühler. Vorgekochte Suppen. Snacks, die dich nicht nach zwei Minuten wieder hungrig machen.

Was ich bewusst nicht mache: Schwangeren Angst einreden. Du kannst dich nicht für eine „perfekte Geburt“ fittessen. Du kannst aber deinen Körper ernst nehmen. Und das ist schon ziemlich viel.

Meine einfache Geburtsvorbereitungs-Formel für den Alltag

Ab der 34.–36. Woche:
Fokus auf einfache, gut verträgliche Mahlzeiten. Suppen, Ofengemüse, Kartoffeln, Reisgerichte, Haferflocken, Eier, Joghurt, Hülsenfrüchte, Nüsse. 

Ab der 36./37. Woche:
Datteln testen, falls du möchtest und darfst. Zum Beispiel im Porridge, als Energyballs oder gefüllt mit Mandelmus. Bitte nicht am Tag vor ET plötzlich riesige Mengen essen, nur weil jemand auf TikTok gesagt hat, dann flutscht das Baby raus.

Für die Kliniktasche:
Pack Snacks ein, die dir wirklich schmecken: Dattel-Nuss-Bällchen, Müsliriegel mit überschaubarer Zutatenliste, Cracker, Banane, Apfelmus-Quetschie, Elektrolytgetränk oder Kokoswasser, falls du es verträgst. Unter der Geburt gelten je nach Klinik, Geburtsverlauf und medizinischer Situation unterschiedliche Empfehlungen zum Essen und Trinken. Deshalb vorher mit Hebamme oder Klinik abklären.
Ich selbst hatte übrigens auch ein paar Snacks mit, in meiner Kliniktasche. Allerdings habe ich keinen einzigen davon angerührt. Ich war viel zu aufgeregt und hatte absolut keine Lust auf Essen.

Meine geburtsvorbereitende Ernährung: Was ich in den letzten Wochen vor der Geburt täglich gegessen habe

In den letzten Wochen vor der Geburt habe ich versucht, es mir so einfach wie möglich zu machen. Kein komplizierter Ernährungsplan, kein „Ich muss jetzt alles perfekt machen“, sondern eher: Was gibt mir Energie? Was unterstützt meinen Körper, ohne dass ich den halben Tag in der Küche stehe?

Bei mir sah das ziemlich unspektakulär aus und genau deshalb hat es funktioniert:

Topfen (Quark) als Eiweißquellefür die Muskeln & zur Unterstützung der Geweberegeneration
Obst als Vitaminquelleum das Immunsystem zu stärken und Erkältungen zu vermeiden
Haferflocken für eine stabile Energieversorgungfalls die Geburt spontan losgeht. Für alle, die gern warm frühstücken hab ich hier mein liebstes Porridge Rezept: Apfel-Zimt-Porridge mit Kardamom und Nüssen.
Leinsamen um Verstopfung vorzubeugendenn das ist das Letzte, was man vor der Geburt braucht!
Grünes Blattgemüse für die Blutbildungund zur Vorbeugung von Müdigkeit
Wasser, Wasser, Wasser gegen Wassereinlagerungenklingt komisch, hilft aber wirklich gegen Wassereinlagerungen (und ja im Hochsommer und hochschwanger, hatte ich diese natürlich)
Datteln für eine kürzere Eröffnungsphaseund zur natürliche Wehenförderung (Hilfts nix – schadets nix. Denn obs wirklich geholfen hat, weiß ich nicht.)

Fazit: Geburtsvorbereitende Ernährung ist eine Chance, wenn du sie als Unterstützung nutzt und nicht als Kontrollprogramm

Meine klare Empfehlung: Ja, beschäftige dich mit geburtsvorbereitender Ernährung. Aber bitte ohne Druck, ohne Heilsversprechen und ohne „Ich muss nur alles richtig essen, dann wird die Geburt perfekt“-Gedanken.

Setze auf eine nährstoffreiche Basis, genug Flüssigkeit, gute Kohlenhydrate, ausreichend Eiweiß und sichere Lebensmittel. Datteln können ab der späten Schwangerschaft eine spannende Ergänzung sein, wenn sie zu dir passen. Himbeerblättertee und andere Kräuter bitte nicht blind einsetzen, sondern mit deiner Hebamme oder Ärztin besprechen.

Und vielleicht ist das die schönste Perspektive: Geburtsvorbereitende Ernährung ist kein Versuch, die Geburt zu kontrollieren. Sie ist eine Art, deinem Körper zu sagen: „Ich sehe, was du leistest. Ich unterstütze dich.“

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Titelbild Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft - richtig essen in der Schwangerschaft

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft: die große Anleitung für deinen Alltag

Kaum ist der Test positiv, wird Essen für viele Frauen plötzlich kompliziert. Auf einmal wirkt jede Mahlzeit wichtig. Der Blick auf die Waage wird häufiger, mehr Unsicherheiten kommen auf – darf ich Kaffee überhaupt noch trinken, oder ist nur Alkohol verboten, was ist mit Zucker oder dem weichen Ei am Frühstückstisch? Und mit genau diesen Unsicherheiten beginnt oft der Stress.

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft bedeutet aber nicht, dass du ab sofort nur noch perfekt essen darfst. Du musst ab jetzt nicht jeden Tag frisch kochen oder Zucker panisch meiden. Wenn du bereits gesund bist und weiterhin gesund durch die Schwangerschaft kommen möchtest, bedeutet das auch nicht, dass du so wenig wie möglich zunehmen sollst. Und auch nicht, dass du dich durch eine endlose Liste von Verboten kämpfen musst.

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Gesund essen in der Schwangerschaft bedeutet vor allem eins: Dich und dein Baby regelmäßig, ausreichend und nährstoffbewusst zu versorgen.

Und dabei soll deine Ernährung zu DIR passen. Also zu deinem Alltag, deinem Appetit und deiner Energie. Ernährung ist übrigens auch vor allem dann richtig, wenn sie zu Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Sodbrennen oder Erschöpfung passt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt in der Schwangerschaft keine Ernährung „für zwei“, sondern eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung mit Blick auf kritische Nährstoffe. Der Energiebedarf steigt dabei deutlich weniger, als viele denken: als Richtwert nennt die DGE für normalgewichtige Schwangere mit unveränderter Aktivität etwa 250 kcal zusätzlich pro Tag im 2. Trimester und 500 kcal zusätzlich pro Tag im 3. Trimester. Gleichzeitig empfiehlt sie insbesondere Folsäure und Jod als Supplemente; auf Eisen und DHA/Omega-3 sollte ebenfalls besonders geachtet werden.

Und noch etwas ist mir wichtig:
Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sieht nicht für alle gleich aus.

Was für die eine wunderbar funktioniert, ist für die andere gerade komplett unrealistisch. Vielleicht wegen Übelkeit, Müdigkeit oder Verdauungsbeschwerden. Vielleicht, weil schon ein Kind da ist. Oder aber, weil Essen schon vor der Schwangerschaft mit Druck verbunden war.

Die Basis einer gesunden Ernährung bleibt gleich, die Umsetzung jedoch darf individuell sein und an dich persönlich angepasst werden.

Mama Starterprogramm: online 1:1 Ernährungsberatung für Schwangere mit Veronika Julmi

Du möchtest in deiner Schwangerschaft nicht ständig googeln, sondern endlich wissen, was dir und deinem Baby wirklich guttut?

In meinem 1:1 für Schwangere begleite ich dich persönlich mit alltagstauglichen, fundierten Empfehlungen, damit du dich bei Ernährung, Beschwerden und Unsicherheiten endlich klar, sicher und gut aufgehoben fühlst.


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5 Dinge, die du aus diesem Artikel mitnehmen darfst

1. Gesund essen in der Schwangerschaft heißt nicht: perfekt essen.
2. Das große Ganze zählt mehr als die einzelne Mahlzeit.
3. Gewichtszunahme gehört biologisch dazu.
4. Bestimmte Lebensmittel solltest du meiden, aber ohne Panik.
5. Supplemente sind wichtig, aber bitte mit ärztlicher Rücksprache.

Wie gesunde Ernährung dich und dein Baby unterstützen kann 

Eine gute Ernährung kann in der Schwangerschaft sehr viel leisten:
Sie hilft dir, deinen eigenen Körper stabil zu versorgen UND sie unterstützt die Entwicklung deines Babys.

Besonders wichtig sind dabei Folat beziehungsweise Folsäure, Jod, Eisen, Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Diese Nährstoffe spielen unter anderem eine Rolle für Wachstum, Blutbildung, Schilddrüsenfunktion, Gewebeaufbau und die normale Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Eine gute Ernährung ersetzt keine medizinische Betreuung. Aber sie schafft eine starke Grundlage.

Im Alltag bringt gesunde Ernährung aber noch etwas anderes: mehr Struktur. So habe ich zum Beispiel in der Schwangerschaft begonnen, ein ordentliches Frühstück in meinen Alltag zu integrieren. Genau dieses Learning aus meiner Schwangerschaft hilft mir auch jetzt in der Stillzeit, kraftvoll in den Tag zu starten, auch wenn die vergangene Nacht wieder mal kurz war. Und nein, ich war absolut nicht der Frühstückstyp. Aber ich hab mal was neues ausprobiert und was ich dabei gelernt habe kannst du in meinem Beitrag: Mein größtes Learning in der Schwangerschaft nachlesen.

Wer regelmäßig isst, Mahlzeiten sinnvoll kombiniert und gut verträgliche Lebensmittel griffbereit hat, kommt oft besser durch den Tag. Gerade bei Übelkeit, Heißhunger, Müdigkeit und Leistungstiefs.

Gesund essen heißt in der Schwangerschaft deshalb nicht nur, die Verbotsliste im Kopf durchzugehen oder Nährstoffe gedanklich „abzuhaken“. Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft heißt auch, den Tag so zu gestalten, dass du nicht ständig in lange Esspausen, Unterzucker oder völlige Erschöpfung rutschst. Dieser Tipp passt auch zu den Empfehlungen der Uniklinik Freiburg, bei Übelkeit eher kleine, häufige Mahlzeiten zu wählen.

Ab wann du dich mit Ernährung in der Schwangerschaft beschäftigen solltest 

Die richige Ernährung in der Schwangerschaft beginnt eigentlich schon ab Kinderwunsch.

Die DGE empfiehlt Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag oder äquivalente Folate als Supplement. Idealerweise beginnt die Supplementierung mindestens vier Wochen vor der Empfängnis und läuft bis zum Ende des ersten Trimesters weiter. Das BfR betont ebenfalls, dass dadurch das Risiko für Neuralrohrdefekte gesenkt werden kann. Auch Jod spielt schon früh eine wichtige Rolle.

Im echten Leben wird das Thema Ernährung aber oft genau dann groß, wenn Essen kompliziert wird:

  • bei Übelkeit
  • bei Verdauungsbeschwerden
  • bei Sodbrennen
  • bei wenig Zeit
  • bei auffälligen Blutzuckerwerten
  • bei Unsicherheit nach restriktivem Essverhalten
  • bei Eisenmangel

oder immer dann, wenn du merkst: „Ich weiß theoretisch, was gesund wäre. Aber praktisch kriege ich es gerade nicht gut hin.

Wenn es dir so geht, dann sieh dir mein 1:1 Starterprogramm für Schwangere an oder schreib mir eine E-Mail an beratung@mamamahlzeit.com. Zusammen finden wir bestimmt eine Lösung.

Diese Nährstoffe und Supplemente solltest du kennen, wenn du schwanger bist

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft besteht nicht nur aus dem, was auf dem Teller liegt – Supplemente gehören auch dazu. Ich selbst werfe mir nicht bei jeder Gelengenheit was ein, aber in der Schwangerschaft machen Supplemente wissenschaftlich bewiesen einfach Sinn.

Folsäure und Jod

Folsäure und Jod sollten in der Schwangerschaft zu supplementiert werden, weil eine ausreichende Versorgung allein über die normale Ernährung in Deutschlang oft nicht sicher gewährleistet ist. Folsäure sollte idealerweise schon vor der Schwangerschaft begonnen und bis zum Ende des ersten Trimesters weitergenommen werden. Das BfR nennt für schwangere und stillende Frauen nach vorheriger Jodanamnese 100 bis 150 µg Jod zusätzlich über Präparate.

Docosahexaensäure

Auch Omega-3-Fettsäuren, genauer DHA, sind relevant. Die DGE empfiehlt Schwangeren, die nicht regelmäßig fettreichen Meeresfisch essen, eine zusätzliche Zufuhr von 200 mg DHA pro Tag. Die Empfehlung der Omega-3-Supplementierung geht auch über die Schwangerschaft hinaus und betrifft auch stillende Frauen.

Eisen

Eisen ist ebenfalls wichtig. Aber: Eisen wird nicht pauschal für alle supplementiert. Ob es nötig ist, hängt von Laborwerten, Beschwerden, Ernährung und ärztlicher Einordnung ab.

Supplemente – also welche und in welcher Dosierung – besprich bitte immer mit deiner Ärztin, deinem Arzt, deiner Diätologin oder deiner Hebamme.

Vorsicht! Gerade bei Schilddrüsenerkrankungen, vegetarischer oder veganer Ernährung, Mehrlingsschwangerschaft, auffälligen Blutwerten oder starker Übelkeit braucht es eine individuelle Einordnung. Nicht alle Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft sind sinnvoll oder gar automatisch harmlos. Eine zu hohe Aufnahme einzelner Stoffe kann problematisch sein.

Was gesunde Ernährung in der Schwangerschaft NICHT ist  

Wenn du mit Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen kämpfst, brauchst du nicht noch mehr Ernährungsperfektion. Sinnvoller ist es, wenn du ein paar Anpassungen vornimmst.

Ballaststoffe sind grundsätzlich sinnvoll. Aber bei akuten Beschwerden kann es zeitweise hilfreicher sein, Ballaststoffe etwas zu reduzieren. Greif stattdessen zu milden Gemüsesorten, vermeide Rohkost und teil dir dein Essen in kleine Portionen ein, die du dann über den Tag verteilt isst. Und ganz wichtig: vergiss nicht, ausreichend zu trinken.

Manchmal ist gesund einfach das, was gut verträglich ist und dich vor allem regelmäßig versorgt.

Wenn Essen früher stark von Verboten, Angst oder Kontrolle geprägt war, kann so eine Schwangerschaft alte Themen wieder anstoßen. Denn die Gewichtszunahme kommt unausweichlich. Genau dann ist ein guter Ansatz für dich, Lebensmittel zu entdramatisieren, regelmäßig zu essen und für Ruhe im Kopf und Ausgleich zu sorgen. Vielleicht durch Meditation oder Yoga in der Schwangerschaft oder aber auch durch professionelle psychologische Hilfe.

Denn ein dauerhaft restriktives Essverhalten passt nicht zu den erhöhten Anforderungen in der Schwangerschaft. Und auch nicht zu einer entspannten Beziehung zum Essen.

Kaum ist der Test positiv, taucht bei vielen Frauen ein Gedanke auf, den kaum eine laut ausspricht:
„Hoffentlich nehme ich nicht zu viel zu.“

Kommentare von außen, alte Diätgedanken, Schönheitsindustrie … von diversen Seiten wird die Idee geprägt, dass Gewicht immer etwas mit Disziplin zu tun haben muss.

Aber in der Schwangerschaft befindest du dich nicht im Abbaumodus – du befindest dich im Aufbaumodus.

Für eine normalgewichtige Frauen gilt eine Gewichtszunahme von ungefähr 10 bis 16 kg als angemessenen; je nach Körperzusammensetzung vor der Schwangerschaft unterscheiden sich die Empfehlungen. Gewichtszunahme ist damit in der Schwangerschaft nicht automatisch ein Problem, sondern in großen Teilen ein normaler, biologisch wichtiger Prozess.

Wie die Gewichtszunahme zustande kommt

Die Zahl auf der Waage besteht in der Schwangerschaft nicht einfach nur aus Körperfett. Sie setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

Gewichtszunahme Schwangerschaft
  1. dem Baby
  2. der Plazenta
  3. dem Fruchtwasser
  4. der größer werdenden Gebärmutter
  5. mehr Blutvolumen
  6. mehr Gewebsflüssigkeit
  7. wachsendem Brustgewebe
  8. und auch Fettreserven, die der Körper bewusst anlegt, um zum Beispiel für die Stillzeit gut vorbereitet zu sein

Diese Veränderungen sind physiologisch sinnvoll: Dein Blutvolumen nimmt zu, um dich und dein Kind zu versorgen. Deine Gebärmutter wächst. Flüssigkeit wird eingelagert. Und Energiereserven helfen dir in den letzten Schwangerschaftswochen, rund um die Geburt und in der Stillzeit. Das heißt: Ein Großteil deiner Gewichtszunahme ist nicht nur normal, sondern gewollt und richtig sinnvoll.

Warum alte Kontrollmuster hier besonders problematisch sind

Wenn die Angst vor Gewichtszunahme groß ist, greifen viele Frauen unbewusst auf alte Strategien zurück.

  • Hunger wegtrinken
  • Mahlzeiten kleiner halten
  • Lebensmittel streichen
  • sich zusammenreißen
  • den Körper ständig beobachten

Das Problem ist nur: Hunger ist kein Fehler, Hunger ist ein wichtiges Signal deines Körpers, das dir sagt, was er in dem Moment für dich und dein Baby braucht. Wenn du Hunger dauerhaft ignorierst, landest du meist nicht bei mehr Sicherheit, sondern bei Erschöpfung, Heißhunger, Gedankenkreisen und noch mehr Stress rund ums Essen. Das betrifft übrigens nicht nur die Schwangerschaft sondern auch die Stillzeit. Hier kannst du meinen Beitrag 7 schwere Folgen von Hunger in der Stillzeit und wie intuitive Ernährung dagegen hilft nachlesen.

Gerade beim Thema Zucker kippt die Stimmung in der Schwangerschaft oft besonders schnell, denn wer kennt sie nicht, die Angst vorm großen Zuckertest. Plötzlich fühlt sich jeder Fruchtjoghurt, jede Dattel und jedes Stück Kuchen an wie eine kleine Prüfung. Vor allem dann, wenn der Blutzucker auffällig war oder das Wort Schwangerschaftsdiabetes im Raum steht.

Und genau hier braucht es einen liebevollen Realitätscheck:
Zucker ist nicht der Feind.

Gesunde Ernährung in einer gesunden Schwangerschaft bedeutet nicht, Süßes komplett zu verbannen. Es bedeutet auch nicht, jedes Lebensmittel in „gut“ und „böse“ einzuteilen.

Viel hilfreicher ist eine andere Frage:
Wie ist Süßes in deinen Alltag eingebettet?

Denn ja: Honig, Dattelsirup, Haushaltszucker, Apfelmus oder Banane liefern Süße. Und sie beeinflussen den Blutzucker. Entscheidend sind aber Menge, Häufigkeit und Kombination.

Du siehst, das ist keine Diät. Wer auf den Blutzucker achten soll, braucht deshalb meist keine radikalen Verbote, sondern Struktur, sinnvolle Kombinationen und einen realistischen Alltag.

Und ja, auch natürliche Datteln, Banane oder Apfelmus beeinflussen den Blutzucker, aber im Gegensatz zum Haushaltszucker bringen diese oft Ballaststoffe oder Mikronährstoffe mit – über die sich dein Körper auch freut.

Schwanger sein heißt nicht, mehr Zeit zu haben oder mehr Lust zum Kochen aufbringen zu können. Und schon gar nicht heißt schwanger sein, mehr Energie zu haben – ich denke da ans dritte Schwangerschaftsmonat zurück. Wahnsinn, wie unglaublich müde ich war.

Gerade Müdigkeit, Arbeit, Termine, Arztbesuche oder schon vorhandene Kinder machen Essen oft zur echten Organisationsaufgabe.

Gesund ist nicht nur das, was frisch und aufwendig ist. Gesund ist auch das, was im Alltag regelmäßig klappt und schmeckt und Spaß macht.

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft: Es geht um Sicherheit, nicht um Panikmache und Schikane

Dieses Thema ist emotional aufgeladen. Und ganz ehrlich: verständlich. Gerade wenn ich durch diverse Facebook-Mama-Gruppen scrolle, fällt mir immer wieder auf, wie groß die Bandbreite ist. Sie reicht von purer Panikmache bis hin zu völliger Ignoranz gegenüber sämtlichen Empfehlungen – wobei im Netz vor allem diese beiden Extreme besonders laut auftreten.

Wer da still mitliest, kann schnell verunsichert werden. So fühlt sich Essen in der Schwangerschaft schnell nicht mehr nach Versorgung, Genuss und Bauchgefühl an – sondern eher wie ein Minenfeld.

Aber der Kern ist eigentlich recht einfach:

Bei bestimmten Lebensmitteln geht es in der Schwangerschaft nicht um „clean eating“.
Es geht rein um Infektionsschutz – also den Schutz der Mutter, aber vor allem des Babys.

Die DGE betont, dass Schwangere keine rohen tierischen Lebensmittel essen sollten und besonders auf den Schutz vor Listeriose und Toxoplasmose achten müssen. Diese Infektionen können in der Schwangerschaft schwere Folgen für das ungeborene Kind haben. So steigt bei einer Erstinfektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft unter anderem das Risiko von Fehlgeburten und Fehlbildungen.

Auf diese Lebensmittel solltest du in deiner Schwangerschaft besser verzichten

  • rohes oder nicht durchgegartes Fleisch
  • Rohwürste und roher Schinken
  • roher Fisch, Sushi, geräucherter oder gebeizter Fisch
  • rohe Eier und Speisen mit rohem Ei
  • Rohmilch und Rohmilchprodukte
  • Alkohol und Speisen mit Alkohol

Wenn du tierische Produkte ausreichend erhitzt, sollten Krankheitserreger abgetötet werden. Empfohlen wird Erhitzen auf mindestens etwa 70–72 °C im Inneren für rund 2 Minuten.

Wichtig! Und auch bei pflanzlichen Lebensmitteln gibt’s etwas zu beachten: Rohes Obst, Salat und Gemüse solltest du gründlich waschen, weil Erreger auch darüber aufgenommen werden können.

Alkohol ist wirklich tabu – da gibt’s keine Grauzone

Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere, sollten wirklich gänzlichst auf Alkohol verzichten. Es gibt keine gesicherte risikofreie Menge und kein unbedenkliches Zeitfenster in der Schwangerschaft. Alkoholkonsum kann mit Fehlbildungen, Wachstumsstörungen und Schädigungen des kindlichen Nervensystems verbunden sein.

Diese Lebensmittel sind nicht verboten, aber begrenzt 

Koffein: Kaffee, Cola und Co. – Wie viel ist erlaubt? 

Kaffee ist in der Schwangerschaft nicht komplett verboten, das ist der Grund, warum ich persönlich auch nicht darauf verzichtet habe. Allerdings gibt es eine Vielzahl an Schwangeren, denen allein vom Kaffeegeruch schon übel wirst, vielleicht gehörst du ja auch dazu?

Die DGE verweist auf die EFSA (die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und nennt 200 mg Koffein pro Tag als Menge, die in der Schwangerschaft als sicher gilt. Gleichzeitig berichtet sie, dass ab 300 mg pro Tag in einer Meta-Analyse ein erhöhtes Risiko für Spontanabort gezeigt wurde.

Wichtig! Bei Koffein denken viele vor allem an Kaffee, doch es geht nicht nur um Kaffee.

Koffein steckt auch in schwarzem Tee, grünem Tee, Cola, Kakao und Energydrinks!

Im Alltag heißt das für dich:
Ein bis zwei Tassen Kaffee sind ok. Aber wenn du dann am selben Tag noch zu Cola, Matcha, Schokolade oder Energydrinks greifst, hast du die Grenze vermutlich schneller überschritten als du glaubst.

Wenn du müde bist, brauchst du in der Schwangerschaft meist eher Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, eine Eisenabklärung oder Entlastung.

Welche Fischsorten du besser meiden solltest 

Fisch kann in der Schwangerschaft wertvoll sein, unter anderem wegen Jod und Omega-3-Fettsäuren. Die DGE empfiehlt grundsätzlich 1 bis 2 Fischmahlzeiten pro Woche, davon möglichst eine Portion fettreichen Seefisch. Gleichzeitig weist das BfR darauf hin, dass Schwangere Fischarten mit höheren Gehalten an Methylquecksilber meiden oder einschränken sollten, weil Methylquecksilber die neurologische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Genannt werden unter anderem Hai, Schwertfisch, Heilbutt und je nach Menge auch Thunfisch.

Doch manche Fische wie zum Beispiel Thunfisch oder Heilbutt haben einen erhöhten Gehalt an Methylquecksilber. Wenn du schwanger bist, solltest du diese Fische meiden. Das gleiche gilt übrigens auch noch für stillende Frauen.

Leber ist nährstoffreich und trotzdem keine gute Idee

Leber enthält sehr viel Vitamin A. Eine übermäßige Aufnahme von Vitamin A in der Schwangerschaft kann problematisch sein. Daher solltest du besonders in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf den Verzehr von Leber verzichten.

Das heißt nicht, dass Vitamin A unwichtig wäre, auf die Dosis kommt es an. Und wie bereits oben erwähnt, kann es neben einem zu wenig, zum Beispiel an Folsäure, eben auch ein zu viel an Vitamin A geben.

Was gesund ist, hängt auch von deinem Alltag und deiner Verträglichkeit ab 

Es gibt nicht einfach „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel. Auch wenn es online oft genau so klingt.

Denn ob ein Lebensmittel für dich gerade sinnvoll ist, hängt nicht nur von Kalorien, Zucker oder Ballaststoffen ab. Es hängt davon ab, wie es dir geht. Was du gerade verträgst. Was du brauchst. Und was in deinem Leben überhaupt umsetzbar ist.

Was für die eine Schwangere perfekt passt, kann für die andere gerade belastend, unpraktisch oder unverträglich sein.

Deshalb sind pauschale Aussagen wie „Das ist gesund“ oder „Das solltest du nicht essen“ oft zu kurz gedacht.

Warum Toast manchmal die gesündere Wahl sein kann als Rohkost 

Schwangerschaft ist keine Phase, in der Essen immer planbar ist.

Störende Gerüche können plötzlich Übelkeit hervorrufen.
Appetit kann sich täglich ändern.
Lieblingsgerichte gehen auf einmal gar nicht mehr. (Ich konnte zum Beispiel keinen Knoblauch mehr esse, obwohl ich sonst 2-3 Zehen roh auf einmal verdrücken kann)
Und manchmal bekommt man morgens eben nur Toast oder Banane herunter.

Gesund essen in der Schwangerschaft heißt, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und mit statt gegen deinen Körper zu arbeiten.

Wenn Vollkorn deinen Magen-Darm gerade eher belastet, als dich zu sättigen, ist eine besser verträgliche Variante vielleicht die bessere Wahl. Wenn ein warmes, einfaches Abendessen à la Milchreis besser für dich funktioniert als der perfekte Rohkostteller, dann ist auch das eine gesunde Entscheidung.

Warum deine Gedanken über Essen eine größere Rolle spielen, als du denkst 

Nicht nur die Lebensmittelauswahl zählt. Sondern auch das, was du dabei denkst, wenn du die einzelnen Lebensmittel isst. Wie es dir damit geht.

Ein starres Denken in „erlaubt“ und „verboten“ kann in der Schwangerschaft enormen Druck erzeugen. Essen wird dann schnell zu einem Kontrollprojekt. Jede Mahlzeit wird bewertet. Jeder Snack kommentiert. Jeder Ausrutscher innerlich bestraft.

Und statt Sicherheit entsteht Stress.

Das große Problem, das dabei entsteht, ist folgendes: Ernährung, die ständig Schuldgefühle auslöst, ist auf Dauer nicht wirklich gesund. Wenn Essen dich verunsichert, dich in lange Esspausen bringt, Heißhunger verstärkt oder dich ständig zwischen „super diszipliniert“ und „jetzt ist es auch egal“ pendeln lässt, dann solltest du besser genauer hinsehen, und dir bei Bedarf professionelle Hilfe holen.

Gesundheit entsteht nicht nur durch Nährstoffe, sondern auch durch Gelassenheit und Regelmäßigkeit.

Warum Brot, Reis und Pasta in der Schwangerschaft völlig okay sind 

Brot, Pasta, Reis oder Kartoffeln haben oft zu Unrecht einen schlechten Ruf.

Zu viel.
Und ja nicht abends.
Zu weiß.
Nicht clean genug.

Aber ganz ehrlich: Kohlenhydrate sind vor allem eins: Energie.

Und Energie ist in der Schwangerschaft nichts Nebensächliches. Die DGE betont ausdrücklich, dass der zusätzliche Energiebedarf in der Schwangerschaft zwar überschaubar bleibt, gleichzeitig aber die Nährstoffdichte der Ernährung steigen sollte. Das spricht gegen extremes Weglassen genauso wie gegen planloses „für zwei essen“.

Deshalb sind Brot oder Pasta nicht ungesund. Auch hellere Varianten dürfen ihren Platz haben. Vor allem dann, wenn du das Weißbrot im Moment besser verträgst als Vollkornbrot oder wenn du dank Weißbrot es überhaupt erst schaffst, regelmäßig zu essen.

Milchprodukte in der Schwangerschaft: muss das sein?

Milch, Joghurt, Topfen (Quark) oder Käse können praktische Quellen für Eiweiß und Kalzium sein. Gleichzeitig passen sie nicht für jede Frau gleich gut. Mögliche Gründe, Milchprodukte wegzulassen, können je nach Person variieren:

  1. Geschmack
  2. Übelkeit oder Unverträglichkeit
  3. ethische Gründe

Die wichtigere Frage ist deshalb nicht: „Muss ich das essen?“
Sondern: Wie wird mein Bedarf insgesamt gedeckt?

Wenn du Milchprodukte magst und verträgst, wunderbar, dann brauchst du dir darüber ja keine weiteren Gedanken zu machen.

Wenn du aus Gründen jedoch auf Milchprodukte verzichtest, achte darauf, dass deine pflanzlichen Alternativen mit Calcium angereichert sind. Das BfR weist darauf hin, dass bei vegetarischer oder veganer Ernährung in der Schwangerschaft eine gezielte Beratung sinnvoll sein kann, um die Versorgung abzusichern.

Süßes macht eine Ernährung nicht automatisch ungesund

Ein Keks macht deine Ernährung nicht schlecht. Ein Stück Schokolade auch nicht. Und ein Stück Torte schon gar nicht.

Viel entscheidender ist, wie Süßes in deinem Alltag auftaucht.

Isst du es bewusst und mit Genuss? Oder ist es das Ergebnis von stundenlangem Hungern, Stress und völliger Erschöpfung? Verbietest du dir alles, um es später doch impulsiv zu essen? Oder gehört ein Stück Schokolade nach dem Abendessen ganz entspannt zum Abendritual?

Gesundheit heißt hier nicht, Zucker zum Feind zu machen, sondern Extreme zu vermeiden. Weder ständiges unbewusstes Snacken noch starre Verbote sind wünschenswert. Wie immer ist Balance the key.

Gesunde Ernährung muss auch zu deinem Leben passen 

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft hängt nicht nur vom Wissen ab, sondern auch von Zeit, Familie, Kultur, Gewohnheit, Umfeld und von deiner Umsetzung.

Nicht jede Mahlzeit muss aus Bio-Superfoods, Nussmus und Chiasamen bestehen, um wertvoll zu sein.

Ganz oft ist gesund schlicht das, was

  • einfach ist
  • regelmäßig klappt
  • bezahlbar ist
  • nährstoffreich genug ist

Erfahrung einer Mama

„Ich dachte am Anfang wirklich, ich müsste alles perfekt machen. Kein Zucker. Nicht zu viel zunehmen. Immer frisch. Immer ausgewogen. Und dann kam die Realität: mir war übel, ich war müde und oft froh, wenn überhaupt etwas ging. Erst als ich aufgehört habe, jede Mahlzeit und jede Zahl auf der Waage zu bewerten, wurde es leichter. Ich habe angefangen, regelmäßiger zu essen, einfacher zu kochen und mich nicht für jeden Keks schlecht zu fühlen, stattdessen die Schwangerschaft in vollen Zügen zu genießen. Das hat mir unglaublich Druck genommen.“

7 Tipps zur Umsetzung: wie gesunde Ernährung in der Schwangerschaft leichter wird 

Nicht der perfekte Plan hilft am meisten – sondern der, den du auch wirklich im Alltag umsetzen kannst.

Was oft wirklich entlastet:

Mein wichtigstes Learning in der Schwangerschaft? Kannst du gerne hier nachlesen. Spoiler: es geht ums Frühstück.

FAQ: Fragen rund die gesunde Schwangerschaftsernährung

Muss ich in der Schwangerschaft perfekt essen?

Nein. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern eine regelmäßige, ausreichende und nährstoffbewusste Versorgung.

Wie viel Gewichtszunahme ist normal?

Das hängt vom BMI vor der Schwangerschaft ab. Die DGE nennt für normalgewichtige Frauen etwa 10 bis 16 kg.

Muss ich komplett auf Zucker verzichten?

Nein. Viel wichtiger als Verbote sind Menge, Häufigkeit und Kombination. Süßes darf Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Welche Supplemente sind in der Schwangerschaft wichtig?

Empfohlen sind Folsäure und Jod. DHA kann sinnvoll sein, wenn du nicht regelmäßig fettreichen Fisch isst. Eisen sollte individuell nach Rücksprache und je nach Blutwerten entschieden werden.

Welche Lebensmittel sind in der Schwangerschaft tabu?

Vor allem rohe tierische Lebensmittel wie rohes Fleisch, roher Fisch, Rohwürste, rohe Eier sowie Rohmilchprodukte und Alkohol.

Wie viel Kaffee ist in der Schwangerschaft okay?

Die DGE nennt 200 mg Koffein pro Tag als sichere Obergrenze in der Schwangerschaft.

Darf ich Sushi essen?

Rohen Fisch solltest du in der Schwangerschaft meiden. Gut durcherhitzte Fischgerichte sind etwas anderes. Alternativen findest du hier in meinem Blogbeitrag.

Weitere „Darf ich XY essen in der Schwangerschaft?“ – Fragen

Hier sind meine Beiträge zu: Risotto, Camembert, Honig, scharf, Halloumi

Fazit

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist kein Perfektionsprojekt.

Sie ist eine Form von Fürsorge, und zwar nicht für dich allein. Sie ist Fürsorge für dich und deinen Körper, aber auch für dein Baby und euren gemeinsamen Alltag.

Und ja: Auch die Gewichtszunahme gehört dazu. Nicht als Zeichen von Kontrollverlust. Sondern als Teil eines Körpers, der Blutvolumen aufbaut, eine Plazenta versorgt, Fruchtwasser bildet, Gewebe wachsen lässt und Energiereserven anlegt.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Hol dir Unterstützung, wenn Ernährung in der Schwangerschaft für dich nicht nur ein Alltagsthema, sondern ein echter Belastungsfaktor wird.

Zum Beispiel bei:

  • starker Übelkeit oder häufigem Erbrechen
  • auffälligen Blutwerten
  • Eisenmangel
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • vegetarischer oder veganer Ernährung
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • starker Angst vor Gewichtszunahme
  • Essstörung oder restriktivem Essverhalten in der Vorgeschichte

Gerade dann ist eine individuelle Begleitung oft viel sinnvoller als noch mehr allgemeine Tipps.

Hinweis

Dieser Blogbeitrag ersetzt keine diätologische oder medizinische Beratung. Bei konkreten Fragen rund um deine Schwangerschaft, deine Gewichtsentwicklung, auffällige Blutwerte, Lebensmittelsicherheit oder die Auswahl von Supplementen sprich bitte mit deiner Gynäkologin, deinem Gynäkologen, deiner Hebamme oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft.

Darf ich Risotto in der Schwangerschaft essen

Ist Risotto in der Schwangerschaft erlaubt?

Du fragst dich gerade, ob Risotto okay ist? Hier kommt die schnelle und kurze Antwort für dich: Es kommt drauf an … entscheidend ist nämlich nicht das Risotto an sich, sondern was drin ist. 

Schwangerschaft ist aufregend genug – deine Ernährung muss nicht noch eine zusätzliche Stressquelle sein. Im 1:1 für Schwangere begleite ich dich persönlich und helfe dir, deinen eigenen sicheren und entspannten Weg durch die Schwangerschaft zu finden.

Kurzantwort auf die Frage: „Darfst du Risotto in der Schwangerschaft essen?“

 Worauf du bei Risotto in der Schwangerschaft achten solltest

  • Ohne Alkohol zubereiten
    Leider verkocht sich der Alkohl beim Risotto nicht, wie auch schon der Spiegel in seinem Beitrag erläutert hat. Verzichte also lieber zum Wohl deines Babys auf den Weiswein im Risotto.
  • Nur mit sicheren Zutaten zubereiten
    Parmesan, Frischkäse oder Mascarpone im Risotto sind in der Regel okay, wenn sie aus pasteurisierter Milch stammen. 
  • Fisch, Meeresfrüchten oder Fleisch nur gut durchgegart
    Ein Meeresfrüchte-Risotto ist nicht automatisch tabu, aber Garnelen, Fisch oder Huhn sollten wirklich vollkommen durchgegart sein.
  • Reste schnell kühlen und richtig aufwärmen
    Gekochter Reis kann bei falscher Lagerung problematisch werden, denn er kann laut Verbraucherzentrale Bayern Toxine bilden. Risotto-Reste solltest du deshalb rasch in den Kühlschrank stellen und spätestens am nächsten Tag verzehren. Vor dem Essen am nächsten Tag ist es wichtig, dass du das Risotto nochmal richtig gut erhitzt. 
  • Vorsicht bei Restaurant- oder Buffet-Risotto
    Wenn das Risotto schon länger warmgehalten wird oder nur lauwarm ist, wäre ich in der Schwangerschaft eher vorsichtig. 

Wenn du unsicher bist: greif zu sicheren Alternativen

Statt Meeresfrüchte-Risotto gönn dir eine Risottovariatne mit Gemüse!


Wenn du schwangerschaftstaugliche Risotto-Rezepte suchst, habe ich hier ein paar Vorschläge für dich:

italienisches Spargelrisotto Rezeptitalienisches Spargelrisotto Rezept
Zitronenrisotto ein Zucchini Tofu Rezept
Spargel Quiche mit Bärlauch und Ricotta Rezept für Schwangere
Kürbisrisotto für Schwanger Risotto mit getrockneten Tomaten

In der Rubrik Darf man das in der Schwangerschaft essen findest du Antworten auf die Frage bezüglich Honig, Sushi, Camembert uvm.


Mama Starterprogramm: online 1:1 Ernährungsberatung für Schwangere mit Veronika Julmi

Du möchtest in deiner Schwangerschaft nicht ständig googeln, sondern endlich wissen, was dir und deinem Baby wirklich guttut?

In meinem 1:1 für Schwangere begleite ich dich persönlich mit alltagstauglichen, fundierten Empfehlungen, damit du dich bei Ernährung, Beschwerden und Unsicherheiten endlich klar, sicher und gut aufgehoben fühlst.


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Lust auf mehr? Hier sind 3 weitere Beiträge für dich:

Darf man in der Schwangerschaft Camembert essen

Darf man in der Schwangerschaft Camembert essen?

Du fragst dich gerade: „Darf man in der Schwangerschaft Camembert essen?“ Hier kommt die schnelle, alltagstaugliche Antwort, ohne groß um den heißen Brei zu reden, aber mit allem, was du wissen musst. Am Ende erzähl ich dir noch, welch einen dummen „Fehler“ ich während meiner Schwangerschaft gemacht habe – der hat nämlich auch was mit Camembert zu tun!

Schwangerschaft ist aufregend genug – deine Ernährung muss nicht noch eine zusätzliche Stressquelle sein. Im 1:1 für Schwangere begleite ich dich persönlich und helfe dir, deinen eigenen sicheren und entspannten Weg durch die Schwangerschaft zu finden.

Die kurze Antwort auf die Frage, ob Camembert in der Schwangerschaft erlaubt ist

Hier droht die Gefahr einer Listeriose.

Und wie ist das bei Halloumi? Hier erfährst du, was du bei Halloumi in der Schwangerschaft beachten solltest.

Worauf du beim Verzehr von Camembert in der Schwangerschaft achten solltest

  • Kauf nur Camembert aus pasteurisierter Milch. Auf der Verpackung steht oft der Hinweis: „aus pasteurisierter Milch”. 
  • Sollte der Camembert aus Rohmilch hergestellt sein: verwende ihn gerne zum Überbacken: z. B. als Ofenkäse oder auf Flammkuchen. Dann werden die Bakterien abgetötet. 
  • Kühlkette & Haltbarkeit checken: Du solltest Weichkäse nie zu lange offen lagern. 
  • Camembert enthält viel Fett und Salz: bewusster Genuss ist voll ok, nur gönn ihn dir nicht jeden Tag.

Wie kannst du den Geschmack von Camembert bedenkenlos genießen, selbst wenn du schwanger bist?

  1. Wenn du ein Stück Camembert aus Rohmilch zu Hause hast, verwende es zum Überbacken von Auflauf, Toast und co. 
  2. Du liebst Camembert und willst nicht auf ihn verzichten? Dann probier doch mal die vegane Alternative, die ist auf jeden Fall schwangerschaftstauglich.

Du stehst am Anfang deiner Schwangerschaft und suchst nach Ernährungstipps für Einsteiger? Oder Tipps wie du deine Eisenaufnahme mit Hilfe der Ernährung steigern kannst? Dann klick dich durch meine Kategorie: Mama´s Food Facts: Ernährung in der Schwangerschaft. Dort findest du auch einen Beitrag, wie du dein Immunsystem stärken kannst.

Mach nicht denselben Fehler wie ich in meiner Schwangerschaft: geißel dich nicht selbst 😉

Ich hatte in meiner Schwangerschaft die glorreiche Idee, einen Kurztrip ins Elsass zu buchen. Ich liebe Frankreich, ich liebe Reisen und vor allem liebe ich Käse. Und in Frankreich gibt es diesen in Hülle und Fülle. Und was habe ich dann gemacht? Ich habe mich selbst gegeißelt und habe mich mit immer größer werdenden Augen durch diverse Markthallen geschleppt. Vorbei an unzähligen Schimmelkäsesorten wie Brie und Gorgonzola, natürlich alles aus Rohmilch. Du kannst dir vorstellen, mein Hunger und die Lust auf schönen cremigen Camembert wuchs ins Unermessliche. Dann nur zu schauen, ohne was zu probieren – also den Käse einfach links liegen zu lassen…. das war Quälerei hoch 10!

Das Jahr darauf war ich dann übrigens nochmal in Frankreich, diesmal nicht schwanger! Auf dieser Reise habe gefühlt alles nachgeholt, was ich im Jahr zuvor im Käsehimmel verpasst habe. Ich habe mir all die köstlichen Käsesorten gegönnt und den Genuss förmlich zelebriert. Ja, was soll ich sagen: Ich liebe Camembert au lait cru! Aber in der Schwangerschaft habe ich gerne drauf verzichtet – zum Schutz meines Babys. 


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Darf man in der Schwangerschaft Honig essen?

Darf man in der Schwangerschaft Honig essen?

Du fragst dich gerade: „Darf man in der Schwangerschaft Honig essen?“ Hier kommt die schnelle, alltagstaugliche Antwort, ohne um den heißen Brei zu reden!

 Du willst wissen, was in deiner Schwangerschaft wirklich sinnvoll ist – ohne Verzichtschaos und widersprüchliche Tipps? Im 1:1 für Schwangere bekommst du individuelle Unterstützung, klare Empfehlungen und einen Ernährungsplan, der zu deinem Alltag passt.

Die kurze Antwort auf die Frage: „Darf man in der Schwangerschaft Honig essen?“

Ja, du darfst Honig in der Schwangerschaft essen (wenn er hygienisch verarbeitet – also am besten aus dem Supermarkt).

Achte darauf Honig in Maßen statt in Massen zu genießen (Stichwort Zucker).

Wer darf keinen Honig essen?

Auf keinen Fall solltest du deinem Baby unter 1 Jahr Honig geben, aufgrund des Risikos für Botulismus (das gilt nicht für Schwangere!). Ich selbst verzichte bis zum 2. Lebensjahr darauf, meinem Kind Honig zu geben.

Warum Honig für Babys manchmal eine Gefahr darstellt und was Botox damit zu tun hat, kannst du beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. genauer nachlesen.

Worauf du achten solltest, wenn du in der Schwangerschaft Honig essen möchtest

  • Verwende lieber nur handelsüblichen Honig statt rohen, unbehandelter Honig direkt vom Imker ohne Qualitätskontrolle (so vermeidest du unnötige Keime) 
  • Genieß den Honig in Maße: Honig ist ein Naturprodukt, besteht aber zu rund 80% aus Zucker. Das heißt, du solltest dir den Honig nicht Löffelweise reinschieben.
  • Bio-Qualität bevorzugen: weniger Pestizidrückstände, bessere Kontrolle, und um lange Transportwege zu vermeiden, achte am besten auf eine europäische Herkunft.
  • Nicht zum Süßen von Babynahrung verwenden: Honig ist für Baby unter einem Jahr tabu!
  • Bei Schwangerschaftsdiabetes aufpassen: Honig wirkt sich auf den Blutzucker aus. Besprich die Thematik am besten mit einer dich betreuenden Fachperson. 

Wenn du unsicher bist: verwende folgende Honig-Alternativen

  • Ahornsirup 
  • Zerdrückte reife Banane 
  • Dattelsirup
  • Zimt oder Vanille für natürliches Aroma ganz ohne Zucker

Du stehst am Anfang deiner Schwangerschaft und suchst nach Ernährungstipps für Einsteiger? Oder Tipps wie du deine Eisenaufnahme mit Hilfe der Ernährung steigern kannst? Dann klick dich durch meine Kategorie: Mama´s Food Facts: Ernährung in der Schwangerschaft. Dort findest du auch einen Beitrag wie du dein Immunsystem stärken kannst.


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Darf man in der Schwangerschaft Sushi essen?

Darf man in der Schwangerschaft Sushi essen?


Du fragst dich gerade: „Darf man in der Schwangerschaft Sushi essen?“, oder „Ist Sushi wirklich erlaubt?“ – manche Frauen essen ja Sushi, wenn sie schwanger sind, und manche achten strickt darauf, Sushi zu vermeiden. Was stimmt denn nun?

Hier kommt die schnelle, alltagstaugliche Antwort – ohne groß um den heißen Brei zu reden, dafür mit klaren Fakten und Tipps für deinen Mama-Alltag.

Die kurze Antwort auf die Frage: „Darf man in der Schwangerschaft Sushi essen?“

Wenn du einen Teller Sushi mit rohem Fisch (dazu zählt auch geräucherter Fisch) oder rohen Meeresfrüchte, vor dir stehen hast, solltest du das Sushi nicht essen. Hier besteht ein erhöhtes Risiko für Keime wie Listerien oder Parasiten. Lies dir dazu gern den Beitrag der Deutschen Gesellschaft für Ernährung durch: Tipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen.

Wenn du einen Teller Sushi mit Avocado, Karotten, Tofu oder gut durchgegarten Fisch vor dir stehen hast – dann gönn dir! Diese Art von Sushi darfst du auch in deiner Schwangerschaft essen!

Kann ich frittiertes Sushi essen, wenn ich schwanger bin?“

Wenn du frittiertes Essen gut verträgst, und der Fisch nicht mehr roh ist – greif zu! 

Frittiertes Sushi, auch bekannt als Tempura-Rollen oder Crunchy Rolls, ist oft gut durchgegart und damit eine sichere Alternative für Schwangere. Achte nur darauf, dass bei dicken Fischstäbchen, der Fisch auch tatsächlich ordentlich durchgegart ist. Ebenso sollte die Tempura-Rolle frisch zubereitet werden, und nicht schon stundenlang in der Auslage gelegen haben. 

Worauf du beim Verzehr von Sushi in der Schwangerschaft achten solltest:

  • Nur gegarten Fisch oder vegetarisches Sushi essen: Avocado, Gurke, gebratener Lachs oder Tofu sind unbedenklich.
  • Roher Fisch ist tabu! Kein Lachs, Thunfisch etc. in rohem Zustand: Um eine Infektion mit Listerien oder anderen Keimen zu vermeiden solltest du auch rohen Lach, Thunfisch und Co in deiner Schwangerschaft verzichten.
  • Kühlkette & Frische unbedingt beachten: Sushi aus der Selbstbedienungstheke oder vom Vortag ist keine gute Idee.
  • In Maßen genießen: auch bei gegartem Fisch solltest du auf die Quecksilberbelastung achten (z. B. bei Thunfisch).

Wie kannst du Sushi bedenkenlos essen, selbst wenn du schwanger bist?

Am besten ist es, du bereitest dir dein Sushi selbst zu Hause zu. Du kannst dafür folgende Zutaten verwenden:

Statt rohen Fisch:

  • Sushi mit Gemüse: Avocado, Karotte, Paprika, Gurke, eingelegtes Gemüse
  • Sushi mit gebratener Garnele, gegrillten Lachs oder Thunfisch aus der Dose

Statt tierischen Fisch:

  • Sushi mit veganem Fisch: Probier gern mal vegane Alternativen wie veganen Rächerlachs.
  • Sushi mit Tofu: den Tofu kannst du entweder gebraten oder roh in dein Sushi rollen.

Viele denken, sie müssen in der Schwangerschaft auf alles verzichten. Aber mit dem richtigen Wissen kannst du bewusst genießen, ohne Angst. 

Wenn du Lust auf Sushi hast: Frag zur Sicherheit beim Koch nach, greif zur veggie Variante oder mach dir dein Lieblingssushi einfach zu Hause selbst! Wenn du dir dein Sushi selbst zubereitest, hast du die Kontrolle, was Zutaten und Hygiene betrifft. Eine tolle Anleitung mit diversen veganen Sushi-Variationen findest du bei Zucker & Jagdwurst.

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Darf ich Wasabi in der Schwangerschaft essen?

Neben Sojasauce gehört auf Wasabi zu einem guten Sushi dazu. Aber sollte in der Schwangerschaft nicht auf scharfes Essen verzichtet werden?

Scharfes Essen schadet deinem Baby nicht, sollte das deine Sorge sein. Bei der Frage, ob du scharf essen darfst oder nicht gehts rein um dein eigenes Wohlbefinden. Also hör auf deinen Bauch. Wenn du scharfes Essen gut verträgst, greif zu. Wenn du allerdings unter Sodbrennen leidest, lass lieber die Finger davon.  Mehr zum Thema findest du in meinem Beitrag:
Darf ich scharf essen in der Schwangerschaft?

Essen Japanerinnen Sushi in der Schwangerschaft?

Aber wie ist das eigentlich in Japan? Essen schwangere Frauen in Japan Sushi? Eine spannende Frage! Viele denken, im Ursprungsland des Sushi würden Schwangere bedenkenlos rohen Fisch genießen. Aber auch in Japan ändert sich die Ernährung, sobald ein Baby unterwegs ist: Sobald eine Frau schwanger ist, wird ähnlich wie hier, dazu geraten, den Konsum gewisser Lebensmittel einzuschränken oder auszusetzen.  

Japanerinnen verzichten aber nicht automatisch auf Sushi, doch traditionelles, rohes Sushi ist während der Schwangerschaft dort genauso ein Tabu wie bei uns.Das bedeutet nicht, dass Japanerinnen gänzlich auf Sushi verzichten müssen: Sie greifen dann auf gekochte Varianten, vegetarische Rollen oder sichere Alternativen zurück.

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Darf man in der Schwangerschaft scharf essen?

Darf man in der Schwangerschaft scharf essen?


Du liebst scharfes Essen, bist aber unsicher, ob das deinem Baby schadet? Hier kommt die schnelle, alltagstaugliche Antwort auf die Frage: „Darf man in der Schwangerschaft scharf essen?“ 

Die kurze Antwort auf die Frage: „Darf man in der Schwangerschaft scharf essen?“

Scharfes Essen ist in der Schwangerschaft grundsätzlich erlaubt, sofern du es gut verträgst.

Du solltest scharfes Essen in der Schwangerschaft lieber vermeiden, wenn du unter Sodbrennen, Magenproblemen oder Übelkeit leidest. All diese Probleme können sich durch Schärfe verschlimmern.

Worauf du achten solltest, wenn du in der Schwangerschaft scharf essen möchtest

  • Hör auf deinen Körper: Was du vorher mochtest, kann jetzt ganz anders wirken. Schärfe kann z. B. Übelkeit oder Blähungen verstärken, oder du verträgst sie einfach nicht mehr so gut wie vor deiner Schwangerschaft.
  • Du leidest unter Sodbrennen? Dann lieber Finger weg von Chili & Co! Besonders im letzten Trimester reagiert der Magen empfindlicher auf scharf gewürztes Essen. Auf Familienschaftz.at findest du Tipps gegen Sodbrennen.
  • Selbstgekocht schlägt Fertigprodukt: Wenn du selbst kochst, behältst du die Kontrolle über Mengen und Qualität der Gewürze.
  • Sollten Hämorrhoiden gerade zu einer deiner unliebsamen Schwangerschaftsbegleiterscheinungen zählen, verzichte lieber auf scharfes essen. Der Scharfmacher Capsaicin im Chili zum Beispiel kann Brennen und Jucken verschlimmer, du hingegen solltest lieber deine Schleimhäute schonen. Bei „Hallo Hebamme“ findest du wertvolles Wissen zu Hämorrhoiden.

Würzige Alternativen statt feurige Scharfmacher

Wenn du gerne scharf isst wie ich, dann kann ich mir vorstellen, was du dir jetzt denken wirst: Es gibt KEINE Alternative zu einer ordentlichen Prise Chilipulver! Ja,… da magst du vielleicht recht haben, aber bevor du unter den Folgen leidest, probier trotzdem mal folgende Alternativen aus:

  • Mildes Currypulver oder geräuchertes Paprikapulver 
  • Ingwer & Knoblauch
  • Frische Kräuter & Zitrone 

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Wenn der Körper „Nein“ sagt: Meine Schärfe-Realität in der Schwangerschaft

Eigentlich liebe ich scharfes essen. Ich kann echt nicht genug davon bekommen. Genauso gehts mir mit Knoblauch. Doch als ich schwanger war, war plötzlich alles anders! Mir wurde schon schlecht allein von dem Geruch von Knoblauch, und scharf essen konnte ich auch nicht mehr so wirklich. Da wurde mir so wirklich bewusst: Der Körper gibt einem schon unmissverständliche Signale, was er haben will und was nicht. 

Umso glücklicher war ich nach der Schwangerschaft, als ich mich wieder an Chili & Co. herantasten konnte. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn zu viel Chilisoße auf dem Teller landet. Und dann musst du plötzlich einen Teil des Essens an deinen Mann abgeben. Einfach, weil du Angst hast, dass dir die Schärfe gleich die Zunge aus dem Mund brennt.

Mein Rat: Mein Rat: Taste dich ran, in kleinen Schritten – und hör ehrlich hin, was dein Körper zum scharfen Essen sagt. Wenn du es gut verträgst, ist scharf in der Schwangerschaft in der Regel völlig okay. Wenn nicht, ist das kein Drama, sondern ein Signal. Und keine Sorge: Dein Baby merkt von der Schärfe nichts – nur DU musst dich wohlfühlen!

Mehr Schwangerschaftsmythen findest du in meinem Beitrag: Bullshitbingo!

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darf man Halloumi in der Schwangerschaft essen

Darf man Halloumi in der Schwangerschaft essen? – so klappt’s ohne Sorgen beim Essen

Vielleicht stehst du gerade vorm Kühlregal und stellt dir die Frage: Darf man Halloumi in der Schwangerschaft essen? Gar kein Problem, solange du ein paar Punkte beachtest! Wenn du so ein Käsetiger bist wie ich, hast du dir vermutlich gerade den Angstschweiß von der Stirn gewischt. Immerhin reicht es schon, wenn du in deiner Schwangerschaft auf Camembert & Co verzichten solltest. Auf was du dafür absolut nicht verzichten solltest, ist die Kombi aus Zucchini Polenta + Halloumi, eines meiner Lieblingsrezepte. 

Kurzantwort auf die Frage: Ist Halloumi in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja! Wenn der Käse aus pasteurisierter Milch ist. 

Sollte der Halloumi nicht aus pasteurisierter Milch sein, achte darauf, den Käse gut zu erhitzen. Wenn du den Käse für mindestens 2 Minuten erhitzt, sodass im Inneren eine Temperatur von über 70°C ist, werden alle Bakterien, die eventuell im Käse lauern, abgetötet (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung).


Worauf du bei Halloumi in der Schwangerschaft achten solltest

  • Du solltest auf Pasteurisierung achten (dies gilt auch für Camembert): Die meisten Supermarkt-Halloumis sind aus pasteurisierter Milch, ein kurzer Blick aufs Etikett lohnt sich trotzdem.
  • Du solltest die Kühlkette & Haltbarkeit im Blick behalten: Auch verpackter Halloumi kann bei falscher Lagerung riskant werden. Also gilt wie bei allen anderen Milchprodukten: Halloumi mmer gekühlt aufbewahren und nach dem Öffnen zügig verbrauchen.
  • Halloumi solltest du, auch wenn er lecker ist, lieber nicht täglich essen. Auf Grund des hohen Salzgehalts reichts, wenn du dir den Halloumi nur ab und zu gönnst.
  • Unpasteurisierten Halloumi solltest du nur gut durcherhitzt essen: Halloumi sollte richtig heiß gebraten oder gegrillt werden – mindestens auf 70 °C, damit eventuell vorhandene Listerien abgetötet werden.

Darf man Halloumi in der Schwangerschaft essen?

Halloumi liefert auch Vitamin B12

Gerade in der Schwangerschaft ist dein Bedarf an Vitamin B12 erhöht – laut DGE brauchst du etwa 4,5 µg pro Tag (Stand: Juni 2025).
Was viele nicht wissen: In 100 g Halloumi stecken rund 1,1 µg Vitamin B12. Das deckt also schon etwa ein Viertel deines täglichen Bedarfs. Natürlich gilt: lieber nicht nur auf Käse setzen, aber gut durchgegarter Halloumi kann definitiv ein kleiner Beitrag zu deiner Nährstoffversorgung sein.

Wenn du dir beim Halloumi in der Schwangerschaft unsicher bist, greif zu sicheren Alternativen

  • Statt Halloumi kannst du auch zu pasteurisiertem Feta greifen. Dieser passt auch auf eine Kürbisquiche oder im als Schnitzel mit Rote-Beete und Feldsalat.
  • Es gibt auch veganen Grillkäse, vielleicht möchtest du diesen ja mal probieren. Leider quietscht der aber nicht so schön zwischen den Zähnen (leider? es soll ja Leute geben, die Halloumi genau wegen des Quietschens nicht essen – ich allerdings finde gerade das Quietschen das Highlight vom Halloumi)

Du stehst ganz am Anfang deiner Schwangerschaftsreise und hättest gern ein paar nützliche Tipps zum Thema Ernährung? Dann hab ich einen wertvollen Beitrag für dich: Die 7 besten Ernährungstipps für Schwangere – so gelingt dir der gesunde Start in die Ernährung

Lust auf mehr? Hier sind 3 weitere Beiträge für dich:

Louwen Diät_Diät in der Schwangerschaft_Diätwahn auf Social Media

Diätwahn in der Schwangerschaft: warum ich die Louwen-Diät kritisch sehe

Das heftige ist ja: dann scrolle ich so durch social Media und  sehe unzählige Mamas wie sie hochschwanger die Diätkultur feiern und dann auch noch diese “what I eat in a day” reels abfilmen. Nach solchen kalorienreduzierten Tagen hätte ich sogar als Nichtschwangere noch Hunger. Diesem Diätwahn auf Social Media hätte ich mich in meiner Schwangerschaft niemals hingeben wollen. Und wenn du selbst gerade Mama wirst, weißt du vermutlich sofort von welcher Diät in der Schwangerschaft ich spreche: von der Louwen-Diät.

Diätwahn auf Social Media und was es mit der Louwen Diät auf sich hat

Prof.Dr. Louwen empfiehlt, in den letzten 6 Schwangerschaftswochen auf Zucker und Weißmehl zu verzichten, um die Geburt zu erleichtern.

Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit einer Diät in der Schwangerschaft nicht ausreichend belegt – hochwertige Studien fehlen.

Komplexe Kohlenhydrate sind in der Schwangerschaft wichtig für die Energieversorgung von Mutter und Baby.

Der Begriff „Diät“ kann gerade bei Frauen mit Essstörungserfahrung emotional belastend oder sogar gefährlich sein.

Der Diätwahn auf Social Media macht auch vor Schwangeren nicht Halt – inklusive gefährlicher Vergleichsfalle.

Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft basiert auf Vielfalt, Balance und Vertrauen in den eigenen Körper, nicht auf Verzicht.

Aus folgenden zwei Gründen finde ich den Hype um die Louwen Diät zur Geburtsvorbereitung spannend, oder sagen wir besser – gefährlich:

  1. Zum einen studiere ich selbst Ernährungswissenschaften und möchte mal genauer hinsehen, ob das Weglassen bestimmter Lebensmittel tatsächlich Einfluss auf die Geburt haben kann und ob dies dann auch durch Studien belegt wird. 
  2. Zum anderen komme ich selbst aus einer Essstörung und Wörter wie Diät bereiten mir immer noch Herzrasen und versetzen meinen Körper in einen Alarmzustand. 

Doch jetzt mal von Vorne, also von ganz vorne. 

Verpasse nie wieder einen Blogartikel von mir: Abonniere meinen Newsletter!

Was ist die Louwen-Diät eigentlich?

Die Louwendiät – ein Überblick

Der Gynäkologe Prof. Dr. Frank Louwen, geht davon aus, dass das, was wir in den letzten 6 Wochen vor der Geburt essen, einen Einfluss darauf haben kann, wie leicht und wann die Geburt beginnt – und auch, wie stark die Wehenschmerzen empfunden werden.

Sein Ansatz beruht auf dem Zusammenspiel der Hormone Insulin und Prostaglandine. Im nächsten Absatz gehe ich darauf genauer ein. 

Um zu verhindern, dass die Hormone sich gegenseitig behindern, rät Prof. Dr.  Louwen dazu, die letzten 6 Schwangerschaftswochen auf Weißmehl und zugesetzte Zucker zu verzichten. Der Gedanke dahinter: Ein stabiler Blutzucker und niedriger Insulinspiegel könnten dem Körper helfen, die geburtsfördernden Hormone effizienter zu nutzen.

Die Theorie dahinter ist spannend, aber wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Es gibt keine hochwertigen Studien, die belegen, dass eine kohlenhydratarme Ernährung in den letzten Wochen der Schwangerschaft die Geburt wirklich erleichtert oder Schmerzen reduziert (Apotheken Umschau).

Und wie immer in der Schwangerschaft: alles dreht sich um die Hormone!

Insulin und Prostaglandine sind beides Hormone. 

Jedes Mal, wenn wir kohlenhydratreiche Lebensmittel zu uns nehmen, steigt der Insulinspiegel im Blut. Laut Louwen konkurriert Insulin mit den Prostaglandinen, die wiederum wichtig sind, um den Muttermund weich zu machen und den Geburtsprozess in Gang zu setzen. Wenn zu viel Insulin im Umlauf ist, soll das die Wirkung der Prostaglandine abschwächen – was laut dieser Theorie den Start der Geburt verzögern und Ablauf der Geburt negativ (in Form größerer Schmerzen) beeinflussen könnte.

Du möchtest tiefer eintauchen, und verstehen wie Hormone die Geburt steuern, dann hör dir gerne das äußerst interessante Interview von Prof. Dr. Louwen an, hier ist der Link dazu.

Was ist die Ernährungsempfehlung von Dr. Louwen? 

Verzichte die letzten 6 Wochen vor dem Entbindungstermin (ein früherer Start bringt nicht mehr Vorteile aus hormoneller Sicht) auf Süßigkeiten und Weizenmehl. Auf Obst und Gemüse zu verzichten, wird absolut nicht empfohlen. Auf den glykämischen Index musst du in deiner Schwangerschaft also nicht achten, denn “dann würde man in eine Diät übergehen, und das glaube ich gar nicht, dass das so sinnvoll ist.” –  so Prof. Dr. Louwen in dem oben genannten Podcast-Interview. 

Vollkornweizenmehl (zum Beispiel in Nudeln oder Pizza) wird auch von Prof. Dr. Louwen als weniger kritisch beäugt, da der Körper länger arbeiten muss, um den Zucker in Vollkornprodukten freizusetzen und somit der Blutzuckerspiegel weniger schnell ansteigt. 

Was der Unterschied zwischen freien Zuckern und komplexen Kohlenhydraten ist, habe ich auf Instagram in einem reel für die TU-München erklärt. Schau dir gern das kurze Video dazu an.

Warum ich die Louwen-Diät kritisch finde: 

Erfahrungsberichts vs Studienlage

Viele Aussagen zur Louwen-Diät beruhen auf Erfahrungsberichten und nicht auf kontrollierten Studien. Der Austausch mit anderen Mamas und Erfahrungsberichte sind sehr wertvoll – keine Frage! In der Ernährungswissenschaft wissen wir aber, wie individuell der Stoffwechsel funktioniert – und dass eine Methode, die bei der einen Frau hilfreich war, bei einer anderen genau das Gegenteil bewirken kann.

Es wurde auch eine Metastudie durchgeführt, in welcher die Auswirkungen von Diäten mit niedrigem glykämischen Index auf Schwangere analysiert wurden, mit folgendem Ergebnis:

Eine Low-GI-Ernährung kann bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko für hohe Blutzuckerwerte positive Effekte haben – insbesondere auf den Nüchtern- und postprandialen Blutzucker sowie das Risiko für ein zu großes Baby (LGA). Auch eine tendenziell geringere Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wurde beobachtet, allerdings ohne eindeutige Signifikanz. Die Studienlage ist noch begrenzt und uneinheitlich, weshalb diese Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Quelle: doi: 10.1007/s00394-016-1306-x 

Verzicht ist nicht für jede Frau sinnvoll!

Essstörung

Vor allem Frauen mit einer (verdeckten) Essstörung oder mit einem gestörten Essverhalten setzen sich durch strenge Diätvorgaben noch mehr unter Druck und ich würde sagen, das kann auch in die falsche Richtung gehen. In eine Richtung, in der nicht nur auf Weißmehlprodukte und Süßigkeiten verzichtet wird, sondern, dass eine gänzliche Kalorienreduzierung zustande kommt. Genau so eine Kalorienreduzierung soll in einer gesunden Schwangerschaft, bei der die Mutter mit einem gesunden Ausgangsgewicht gestartet ist,  tunlichst vermieden werden.

Übelkeit

Es gibt leider auch genug Schwangere, die selbst in der Spätschwangerschaft unter Übelkeit oder Appetitlosigkeit leiden. Gerade für diese werdenden Mamas ist es wichtig, genug Energie zu sich zu nehmen. Sich dann auch noch Gedanken über “verbotene Lebensmittel” zu machen ist in dieser Situation bestimmt nicht hilfreich. Im Gegenteil, in diesem Fall zählt jede Kalorie, die die Mama bei sich behalten kann. 

Wenn „leichte Geburt“ zum stillen Leistungsversprechen wird

Was mich an der Vermarktung der Louwen-Diät besonders stört, ist die Botschaft zwischen den Zeilen: Iss „richtig“, dann wird die Geburt leichter. Denn im Umkehrschluss entsteht daraus schnell ein belastender Gedanke: Bin ich selbst schuld, wenn meine Geburt nicht leicht war? Habe ich nicht konsequent genug verzichtet? Nicht diszipliniert genug gegessen? Genau diese Verknüpfung halte ich für gefährlich. Geburt ist kein moralisches Ergebnis von gutem oder schlechtem Essverhalten. Und Schwangere brauchen keine zusätzlichen inneren Belastungen in Form von Scham und Selbstvorwürfen.

Selbst Prof. Dr. Louwen distanziert sich vom Begriff Diät 

Diät heißt für mich: ich darf nicht zunehmen. Das wiederum löst ein Gefühl der Angst in mir aus. 

  • Angst, die strengen Regeln einer Diät nicht einhalten zu können und am Ende zum Schluss auch noch selbst schuld daran zu sein, wenn die Geburt doch nicht so leicht wird. 
  • Angst davor, Gewicht zuzunehmen, mich nicht mehr im Spiegel wiederzuerkennen.  Dabei ist es doch so wichtig, dass gerade schwangere Mamis Gewicht zunehmen!  Hier mal ein kleiner Überblick, wie es überhaupt zur Gewichtszunahmen kommt: 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt im 3. Trimester eine Erhöhung der Kalorien bis +500 kcal/d – je nach Aktivität. Wenn Lebensmittel plötzlich als „gefährlich“ oder „verzichtbar“ gelten, kommt schnell das Thema Mangelernährung ins Spiel. Und das ist in der Schwangerschaft nicht nur für dich, sondern auch für dein Baby ein Problem, das es zu vermeiden gilt!

Natürlich ist es grundsätzlich sinnvoll, den Konsum von freiem Zucker zu reduzieren – das gilt für uns alle, nicht nur für Schwangere. Aber: Selbstfürsorge bedeutet eben auch, dass ein Stück Milchschokolade absolut seinen Platz haben darf, vor allem, wenn es darum geht, Genuss im Alltag zu verankern. Nur eben nicht als Dauerlösung fünfmal am Tag.

Was mir auf Social Media auffällt: Statt nur Weißmehl zu reduzieren, wird dann gleich gar kein Mehl mehr gegessen. Und das kann auf Dauer kritisch werden. Denn: Komplexe Kohlenhydrate – also Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln & Co.  sind keine Gegner, sondern echte Nährstofflieferanten. Für dich und für die Entwicklung deines Babys. Sie liefern Energie, Ballaststoffe, B-Vitamine, Eisen, also all das, was du jetzt brauchst.

Die gute Nachricht: Du kannst deinen Körper auch ohne Diät wunderbar auf die Geburt vorbereiten!

Statt auf Verzicht zu setzen und darüber nachzudenken, was du von deinem Speiseplan streichen solltest, empfehle ich dir, wovon du ruhig öfter mehr essen darfst!

  • Ballaststoffe (z. B. aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse) für eine stabile Blutzuckerkurve
  • Eiweiße für den Gewebeaufbau (z. B. Linsen, Tofu, Eier, Fisch)
  • Gute Fette wie Nüsse, Samen und hochwertige Öle (z. B. Leinöl,Avocados, Walnüsse)
  • Komplexe Kohlenhydrate statt Zuckerbomben (z. B. Hirse in einer Bowl, Roggenvollkornmehl im Brot, Haferflocken im Müsli)
  • Obst zu essen statt Obst zu trinken 
  • lieber Wasser und ungesüßten Tee statt Säfte trinken 
  • regelmäßig essen, um Heißhungerattacken zu vermeiden
  • und so viel Bewegung wie möglich in den Alltag einbauen – am besten natürlich an der frischen Luft. (Wohnst du im Raum München? Dann kann ich dir zum Beispiel die Wanderung zur Riederstein Kapelle empfehlen!)

Diese Ernährung hilft nicht nur dir, sondern auch deinem Baby – ohne dich psychisch oder sozial unter Druck zu setzen.

 

FAQ

Wenn ich auf Zucker verzichte, wird die Geburt schmerzfrei?

Leider nein. Der Schmerz bei der Geburt ist multifaktoriell – er hängt von der Position des Babys, deiner Haltung, deinem Umfeld und vielem mehr ab.

Die Louwen-Diät hilft garantiert gegen Geburtsverletzungen. Stimmt das?

Das ist nicht wissenschaftlich belegt. Viel wichtiger sind Geburtsvorbereitung, Bewegung, Beckenbodenübungen und deine mentale Einstellung.

Darf ich ab SSW 34 überhaupt keine Kohlenhydrate mehr essen?

Komplexe Kohlenhydrate sind wichtig für deine Energieversorgung – bitte streiche sie nicht grundsätzlich!

Kann ich bei Schwangerschaftsdiabetes die Louwen-Diät machen?

Bei Schwangerschaftsdiabetes wird die Ernährung individuell angepasst – bitte sprich hier mit deiner Ärztin oder Ernährungsberaterin.

Ich habe Angst, etwas falsch zu machen. Was ist der sicherste Weg?

Vertrau deinem Körper. Iss regelmäßig, vollwertig und ausgewogen. Setz dich nicht unter Druck. Und hol dir im Zweifel fachliche Begleitung.

Ich esse eh schon wenig Zucker. Muss ich trotzdem die Louwen-Diät machen?

Nein. Wenn du dich ausgewogen, ballaststoffreich und vollwertig ernährst, brauchst du keine spezielle Diät.

Die letzte Frage zum Schluss: habe ICH selbst die Louwen-Diät gemacht in meiner Schwangerschaft? 

Nein, habe ich nicht. Ich habe mir keine Verbote gestellt, stattdessen habe ich seit der Schwangerschaft eine so gesunde und ausgewogene Ernährung wie noch nie. Und ich habe sogar süßes in Form von Datteln zur Geburtsvorbereitung gegessen – obs geholfen hat verrate ich dir in folgendem Beitrag: Datteln in der Schwangerschaft und wie meine geburtsvorbereitende Ernährung wirklich ausgesehen hat.
Lies dir auch gerne meinen Bericht durch, was mein größtes ernährungbezogenes Learning in der Schwangerscahft war: – Spoiler ! Frühstück zu integrieren!

Und zum Thema Diät: wenn ich schon das Wort Diät höre, dann zieht sich in mir einfach alles zusammen. Ich bin wirklich froh, dass ich während meiner Schwangerschaft nicht an irgendeine Diät gedacht habe. Ich war total im Reinen mit meiner Gewichtszunahme. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, was ich essen soll, wann ich essen soll, wie viel ich essen soll. Ich hatte einfach das große Glück, richtig gut auf meinen Körper hören zu können.

Am Ende habe ich gesund zugenommen. Wenn ich mir heute vorstelle, ich wäre damals ernährungstechnisch nicht so stabil gewesen, dann will ich mir gar nicht ausmalen, wie das gelaufen wäre. Vielleicht hätte dann die Social Media Diät-Falle auch bei mir zugeschnappt.

Ein paar kurze Gedanken zum Thema Social Media und Diät Kultur

Wenn ich mir ansehe, was da auf Social Media abgeht – Schwangere, die plötzlich irgendwelche Challenges mitmachen oder sich Diät-konform ernähren wollen … Vor allem in Verbindung mit Social Media verleitet es so sehr zum Vergleichen.

Doch man kann sich einfach nicht vergleichen! Die Instagram-Story zeigt ein hübsches Frühstück, einen kleinen Snack-Teller – was wir aber nicht sehen: 

  • Wie ging es der Person an diesem Tag? 
  • Hat sie Sport gemacht oder darf sie sich gar nicht viel bewegen? 
  • Wie war ihre psychische Verfassung? 
  • Was hat sie am Tag davor gegessen? 
  • Was hat sie gegessen ohne es in die Kamera zu halten?
  • Was sind ihre Vorlieben, ihr Energiebedarf, ihre Geschichte?

Man sieht das alles nicht. Und trotzdem können solche „what I eat in a day“ reels bei der Schwangeren Fragen wie: „Hätte ich vielleicht weniger von dem oder mehr von dem essen sollen?Immerhin macht das Person xy im Internet ja auch.“ auslösen. 

Aber gerade in der Schwangerschaft – in einer Zeit, in der unser Körper wirklich Großartiges leistet – ist es für uns besser, auf Vergleiche und unnötige Verzichte zu verzichten. 

Wenn dich eine Diät als Versagerin dastehen lässt

Was mich außerdem noch stört: Die Louwen-Diät wird oft so verkauft, als sei sie die Lösung für eine leichtere Geburt. Nach dem Motto: Je disziplinierter du bist, desto besser läuft es im Kreißsaal. Aber ganz ehrlich – dafür gibt’s keine wissenschaftlich belastbaren Daten. Und am Ende sitzt da eine Mama, die sich Vorwürfe macht, weil sie die Diät „nicht genug durchgezogen hat“, eine PDA gebraucht hat oder doch ein Kaiserschnitt nötig war.

Und das ist der Punkt, an dem ich wütend werde. Weil sich die Natur nicht kontrollieren lässt. Du kannst sie unterstützen, ja: mit guter Ernährung, Bewegung und mentaler Stärke. Aber du kannst sie nicht steuern.

Richtig tragisch wird es dann, wenn hinter all dem Diät-Gehorsam eigentlich ein Therapiebedarf steckt. Und dieser dann durch ein kontrolliertes Essverhalten unter dem schicken Label Louwen-Diät kaschiert wird. Das ist nicht nur problematisch, das kann gefährlich werden. Weil die eigentliche Ursache verschleiert und weiter verharmlost wird.

Mein Fazit

Prof. Dr. Louwen selbst, empfiehlt lediglich auf Zucker und Weizenmehl zu verzichten, auch spricht er selbst nicht von der sogenannten „Louwen-Diät“. Diese mag auf Social Media auf den ersten Blick harmlos wirken, doch sobald sie wie auf Social Media in Richtung strenge Regeln, Verzicht und Kontrolle abdriftet, wird aus einer Ernährungsempfehlung schnell eine belastende Diätfalle– gerade in einer Phase, in der du als schwangere Mama eigentlich auf deine Intuition, deinen Körper und dein Vertrauen setzen solltest.

Statt Angst vor Fehlern zu haben, wünsche ich dir Mut zum Vertrauen. Statt Diätgedanken wünsche ich dir echte Selbstfürsorge. Und statt ständiger Vergleiche wünsche ich dir eine Schwangerschaft, in der du deinen eigenen Weg gehst – mit einer Ernährung, die dich stärkt, nicht einschränkt.

 Du willst mehr darüber wissen, wie du dich in der Schwangerschaft gesund und entspannt ernähren kannst? Dann lies dir gerne meine 7 Ernährungstipps für Ernährungseinsteiger in der Schwangerschaft durch. 

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Dieser Blogbeitrag soll keinen Ersatz für eine diätologische Beratung darstellen und nur als allgemeine Information dienen. Bei konkreten Fragestellungen rund um deine Schwangerschaft konsultiere bitte deine Gynäkologin, Hebamme oder in Ernährungsfragen deine Diätologin.

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Kürbis Cabonara Rezept für Schwangere

Cremige Kürbis Cabonara und die Frage: darf man Speck in der Schwangerschaft essen?

Mmmmmm! Spaghetti Carbonara! So cremig, sanft und weich auf dem Gaumen – wie eine Kuscheldecke an einem verregneten Herbsttag. Am besten gibt’s auch noch beides gleichzeitig – also Kuschelcouch + Cabonara. Aber wie sieht’s eigentlich mit Spaghetti Carbonara in der Schwangerschaft aus? Da hätten wir zum einen rohe Eier und zum anderen rohes Fleisch (Speck ist roh!). Auf rohe Eier solltest du leider verzichten, wenn du schwanger bist. Keine Sorge, meine Kürbis Cabonara kommt ganz ohne Ei aus! Und wie sieht’s mit Speck aus? Darf man Speck in der Schwangerschaft essen? JA! – sofern du einige Vorsichtsmaßnahmen beachtest!

In diesem Beitrag bekommst du fundierte Antworten, klare Empfehlungen und ein Rezept für Kürbis Cabonara, das nicht nur schmeckt, sondern auch schwangerschaftstauglich ist.

Du suchst noch nach Infos nach der optimalen Ernährung in deiner Schwangerschaft? Dann sind diese beiden Beiträge genau richtig für dich: Die 7 besten Ernährungstipps für Schwangere – so gelingt dir der gesunde Start in die Ernährung und Bullshit-Bingo: Die größten Ernährungsmythen in der Schwangerschaft.

Spaghetti Cabonara mit Kürbis und ohne Ei

Darf man Speck in der Schwangerschaft essen?

Die kurze Antwort: Ja, sofern er nicht mehr roh ist.
Die lange Antwort: Es kommt ganz darauf an, wie der Speck zubereitet wurde.

Roher oder nur luftgetrockneter Speck (wie z. B. Parmaschinken oder Rohschinken) kann potenziell Listerien oder Toxoplasmose-Erreger enthalten – beides Keime, die deinem Baby schaden können.

Warum ist roher Speck in der Schwangerschaft verboten?

Roher Speck kann gefährliche Erreger enthalten und zwei verschiedene Krankheiten auslösen. Die sind für dich als Mama und erwachsene Person vielleicht nicht so gefährlich – für dein Baby im Bauch kann’s aber riskant werden.

1. Listeriose

Listerien sind Bakterien, die in nicht ausreichend erhitzten tierischen Produkten vorkommen können – darunter eben auch roher Speck.
Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Das kommt zum Glück selten vor – dennoch ist ein hygienischer und korrekter Umgang mit Lebensmitteln wichtig.

2. Toxoplasmose

Diese Infektion ist vor allem im rohen Fleisch (auch Wurst und Schinken) ein Thema.
Wenn du noch keine Immunität hast (das kannst du bei deiner Frauenärztin / deinem Frauenarzt mittels Bluttest überprüfen lassen), solltest du rohes Fleisch strikt meiden.

Wichtig:
Durch Erhitzen auf über 70 °C werden beide Erreger zuverlässig abgetötet.

Die DGE gibt hier Tipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen.

So nun haben wir geklärt, warum du rohen Speck in deiner Schwangerschaft vermeiden solltest, und dass du durchgegarten Speck in deiner Schwangerschaft sehr wohl essen darfst. Stellt sich nur noch folgende Frage:

Wieviel Speck darf man in der Schwangerschaft essen?

Auch wenn gekochter Speck erlaubt ist, bleibt die Frage: Wie viel ist eigentlich okay?

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gilt:
Speck zählt zu den verarbeiteten Fleischprodukten – und die solltest du laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) generell nur in Maßen essen.
Vor allem wegen des hohen Salz- und Fettgehalts sowie der enthaltenen Nitritpökelsalze, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden.

Empfehlungen zu Speck in der Schwangerschaft:

Maximal 1–2 Portionen verarbeitetes Fleisch pro Woche – also z. B. eine kleine Menge Speck als Zutat im Gericht.
Willst du ganz darauf verzichten, kannst du den Speck durch geröstete Kichererbsen oder Nüsse ersetzen.

Darf man Speck in der Schwangerschaft essen?
Darf man Speck in der Schwangerschaft essen?

FAQ: Community-Fragen

Ich hab aus Versehen ein bisschen rohen Speck gegessen – was nun?

Keine Panik. Das Risiko ist sehr gering, aber sprich zur Sicherheit mit deiner Hebamme oder Gynäkologin.

Kann ich auch veganen Speck verwenden?

Ja, absolut. Achte auf natürliche Zutaten und wenig Zusatzstoffe. Ich nehme auch gerne Räuchertofu!

Gibt’s eine  Alternative zu Speck für den Geschmack?

Pilze sind umami und immer eine tolle Fleischalternative. Für den salzigen Geschmack kannst du auch zu Feta greifen und wenn du was Knuspriges suchst empfehle ich dir geratene Mandeln.

Pfanne mit Kürbiscabonara: darf man Speck essen in der Schwangerschaft?

Fazit: Ja! zur Kürbis Carbonara – mit durchgebratenem Speck

In der Schwangerschaft musst du nicht auf alles verzichten – aber du darfst auf Nummer sicher gehen. Wenn der Speck richtig durchgebraten ist und du ihn in Maßen (nein nicht Oktoberfestbier-Maße, warum ich als stillende Mama dort nicht hingehe, erfährst du hier)  genießt, steht einer cremigen Kürbis Carbonara (ohne rohe Eier!) nichts im Weg. Und das Beste? Dank Kürbis wird das Gericht sogar richtig nährstoffreich und sättigend – genau das, was dein Körper (und dein Baby) jetzt braucht.

Spaghetti Cabonara mit Kürbis und ohne Ei

Kürbis Cabonara

Zubereitungszeit 20 Minuten
Gericht Hauptgericht
Küche Deutsch
Portionen 4 Portionen

Zutaten
  

  • 500 g Nudeln
  • 600 g Kürbisfleisch (Hokkaido)
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 300 g Speck
  • 200 ml Obers (Sahne)
  • 40 g Kürbiskerne
  • Petersilie
  • Kürbiskernöl
  • Salz, Pfeffer

Anleitungen
 

  • Kürbis grob würfeln (falls du keinen Hokkaido verwendest, solltest du ihn vorher schälen) und im Ofen weich backen. Das dauert rund 10-15 Minuten bei 180°C.
    Leg die beiden Knoblauchzehen mit Schale aufs Backblech und backe den Knoblauch ebenfalls mit.
  • Kürbisfleisch und geschälten Knoblauch mit Obers (Sahne) pürieren.
  • Speck würfeln und Kürbiskerne in einer Pfanne knusprig braten.
  • Nudeln laut Verpackung kochen. Etwas stärkehaltiges Nudelwasser zur Kürbissause gaben und diese mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Nudeln mit der Sauce vermenge vermengen und mit Speck und Kürbiskernen bestreuen. Das Gericht mit frischer Petersilie und Kürbiskernöl dekorieren.

Notizen

Tipp: Wenn du gleich die doppelte Menge Kürbis backst, dann kannst du am nächsten Tag diese köstliche Kürbis Quiche mit Feta  oder aber Kaspressknödel mit Kürbis zubereiten! 
Keyword einfach, schnell, schwangerschaftstauglich, Stillzeit

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